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Trotz gleicher Menge an Rohstoffen: Katalyse macht Biosprit effizienter

Mit einem chemischen Verfahren gelingt es Forschern, Biosprit so aufzuwerten, dass er mit herkömmlichen Treibstoffen konkurrieren kann. So kann mit Hilfe der Katalyse die Zahl der Kohlenstoff-Atome im Molekül um das Siebenfache erhöht werden. Bisher wurden allerdings nur ein paar Liter dieses Kraftstoffs im Labor gewonnen.

Der neue Biosprit wird wahrscheinlich etwas teurer sein als herkömmliche Treibstoffe.
Der neue Biosprit wird wahrscheinlich etwas teurer sein als herkömmliche Treibstoffe.(Foto: picture alliance / dpa)

Wissenschaftler aus den USA haben nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, Biosprit weitaus effizienter zu machen als bislang. Den Forschern der University of California in Berkeley gelang es, die Zahl der Kohlenstoff-Atome pro Molekül in dem Biotreibstoff über chemische Prozesse deutlich zu erhöhen, wie sie in einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie schreiben. Damit steigt auch der Energiegehalt des Treibstoffs.

Die Wissenschaftler ließen zunächst wie bei der üblichen Ethanol-Produktion aus Biomasse gewonnenen Zucker fermentieren. Den entstandenen Alkohol werteten sie über einen chemischen katalytischen Prozess so auf, dass die Zahl der Kohlenstoff-Atome pro Molekül in dem Treibstoff von zwei auf sieben bis 15 anstieg. So hoch ist auch die Kohlenstoff-Atom-Dichte in Diesel oder bei Flugzeugtreibstoffen.

"Mit der gleichen Menge an Zucker machen wir einen Treibstoff, der viel effektiver ist als Ethanol", sagte Mitautor Harvey Blanch. Für den gleichen Preis und beim gleichen Einsatz von Rohstoffen wie Zuckerrohr, Raps, Gras oder Pflanzenabfällen könne damit ein besserer Sprit hergestellt werden.

Gute Zukunftsprognose

Ethanol, der häufigste Biokraftstoff, hat einen geringeren Energiegehalt als viele andere Treibstoffe, lässt sich nur schwer mit Diesel vermischen und kann nicht über Pipelines transportiert werden, was einen Transport mit Tanklastern nötig macht, wie Blanch sagte. Über die chemische Katalyse könnten nun Vorprodukte für die Herstellung von Diesel, Benzin und Flugzeugsprit geschaffen werden.

Allerdings haben die Forscher bislang mit ihrer Methode erst wenige Liter Treibstoff im Labor hergestellt. In "einigen Jahren" könnte die Produktionsweise aber auch industriell erfolgen, sagte Blanch. Der Preis für den so gewonnenen Biosprit wäre dann vermutlich noch etwas höher als der von herkömmlichen, aus Erdöl gewonnenen Treibstoffen. Er könnte aber mit dem Preis anderer Biotreibstoffe konkurrieren.

Quelle: n-tv.de

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