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Bilinguale Erziehung nicht nur vorteilhaft: Kinder lernen Sprache langsamer

Schon die Muttersprache zu lernen, ist eine Herausforderung für Kinder. Wer seinen Nachwuchs bilingual erzieht, verzögert die Sprachentwicklung, sagen US-Forscher. Das könnte Nachteile für die Kleinen bringen.

Bilingual erzogene Kinder haben in beiden Sprachen zunächst einen geringeren Wortschatz.
Bilingual erzogene Kinder haben in beiden Sprachen zunächst einen geringeren Wortschatz.(Foto: picture-alliance/ ZB)

Wer seinen Nachwuchs zweisprachig großzieht, tut ihm nach Erkenntnis von US-Forschern nicht nur Gutes an. Sprachen sind selbst für die Jüngsten kein Kinderspiel, warnte Psychologin Erika Hoff von der Florida Atlantic Universität. Bilinguale Kinder bräuchten länger als Gleichaltrige, um die Muttersprache zu erlernen, fand Hoff heraus.

Mehrere Studien zeigten, dass diese Kinder in beiden Sprachen einen geringeren Wortschatz haben und sich mit der Grammatik schwerer tun. Das könne sie in Kindergarten und Schule benachteiligen, sagte Hoff. Die Lücke in der Grammatik schließe sich meist bis zum 9. oder 10. Lebensjahr, "das Vokabular holen manche Kinder selbst in dieser Zeit nicht nach".

Oft nur Spätentwickler

Hoff forscht über Gründe und Risiken einer verzögerten Sprachentwicklung. Sechs bis acht Prozent aller Kleinkinder bräuchten länger, bis sie zu kommunizieren beginnen, unabhängig von Land und Kultur. Sprachwissenschaftler und Psychologen einiger US-Universitäten haben deshalb eine Liste von mehreren Dutzend Wörtern erstellt, die Kinder bei normaler Entwicklung im Alter von zwei bis zweieinhalb Jahren beherrschen sollten.

Diese Liste wurde unter Berücksichtigung kultureller Eigenarten inzwischen auf knapp 70 weitere Sprachen übertragen. Das Papier soll Eltern helfen, die linguale Entwicklung ihres Nachwuchses zu beurteilen und gegebenenfalls Hilfe zu suchen.

Denn spätes Sprechen kann auch ein Symptom für andere Probleme sein, darunter Hör- und kognitive Störungen oder Autismus. Meistens handelt es sich bei den "Problemkindern" nur um Spätentwickler, räumt Ratner ein. "Vier Fünftel von ihnen holen ihr anfängliches Sprachdefizit von allein nach."

Quelle: n-tv.de

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