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Schwankende Sonnenaktivität: Klimawandel hat andere Ursachen

Könnte der Klimawandel genauso wieder verschwinden, wie er gekommen ist? So behaupten es einige Skeptiker, die die Veränderungen mit verschieden starken Aktivitäten der Sonne erklären. Diese These widerlegen nun allerdings Potsdamer Forscher.

Schwankende Sonnenaktivitäten haben nach neuen Erkenntnissen des Wissenschaftlers Georg Feulner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kaum Auswirkungen auf das irdische Klima. Es sei daher nicht zu erwarten, dass sich die aktuelle Klimaerwärmung trotz eines von Experten erwarteten eventuell länger andauernden Absinkens der Sonnenaktivität nennenswert abschwächen könnte, erklärte Feulner in Potsdam.

Die Sonne wird überschätzt, mein Feulner.
Die Sonne wird überschätzt, mein Feulner.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

"Der Einfluss von Schwankungen der Sonnenaktivität wird oft überschätzt", betonte der Wissenschaftler anlässlich der Veröffentlichung seiner Studie in der US-Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters". Seine Ergebnisse stützen damit in einem wichtigen Streitpunkt der Debatte um die Ursachen des Treibhauseffekts ältere Erkenntnisse zur begrenzten Rolle der Sonne im globalen Klimageschehen, wie sie etwa der Weltklimarat IPCC vorlegte.

Sonne statt Menschen

Einige Klimaskeptiker, die nicht an den vom Menschen verursachten Klimawandel glauben, argumentieren mit der Sonnenaktivität. Ihrer Darstellung nach hat der allmähliche Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen nichts mit steigenden CO2-Emissionen zu tun, sondern ist eine Folge der natürlichen Änderungen der Strahlungsaktivitäten der Sonne, die zwischen Zeiten mit höherer und niedrigerer Energieabstrahlung in den Weltraum hin- und herschwankt. Da die Sonne laut Experten nun in eine jahrelange "Schwächephase" eingetreten sein könnte, erwarten sie stagnierende oder gar sinkende Durchschnittstemperaturen.

Wie andere Forscher vor ihm bestätigte nun aber auch Feulner, dass Warm- und Kaltphasen auf der Erde allein mit Sonnenaktivitäten nicht befriedigend erklärt werden können. Mit einem Klima-Simulationsprogramm testete er am Computer, ob es während der sogenannten Kleine Eiszeit im 17. und 18. Jahrhundert in Europa eine drastische Abschwächung der Sonnenintensität gegeben haben könnte. Dies war demnach aber nicht der Fall, vielmehr war die Sonnenaktivität wohl ähnlich hoch wie heute. Feulners Schlussfolgerungen nach sind demnach andere Faktoren wie Treibhausgas-Konzentrationen sowie kühlende Schwefelwasserstofftropfen aus Vulkanausbrüchen in der Atmosphäre erheblich entscheidender für das Klima.

Ein möglicher Stopp des Treibhauseffekts sei daher auch in der eventuell zu erwartenden Phase eines längeren Stagnierens der Sonnenaktivität auf relativ niedrigem Niveau nicht zu erwarten, betonte Feulner mit Blick auf die Thesen der Klimaskeptiker. Seinen Berechnungen nach würde eine solche Ruhephase den Temperaturanstieg auf der Erde höchstens um 0,3 Grad Celsius bremsen. "Leider zu wenig, um den Klimawandel spürbar abzuschwächen", erklärte der Experte.

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Quelle: n-tv.de

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