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"Lonesome George" im Galapagos Nationalpark in Ecuador im Juli 2007.
"Lonesome George" im Galapagos Nationalpark in Ecuador im Juli 2007.(Foto: dpa)

Einbalsamiert nach Galápagos: Lonesome George kehrt zurück

Die Geschichte der uralten Riesenschildkröte «Lonesome George» rührte die ganze Welt. Im Juni 2012 starb das Tier. Nun soll der Körper einbalsamiert und später auf den Galápagos-Inseln ausgestellt werden - als Mahnung für den Artenschutz.

Eine tierische Berühmtheit wird unsterblich: "Lonesome George", die vermutlich mehr als hundert Jahre alte Galápagos-Riesenschildkröte, soll rund neun Monate nach ihrem Tod in New York einbalsamiert werden. Der tiefgefrorene "einsame Georg" sei in die USA geflogen worden, teilte der Galápagos-Naturpark mit. Dort will das American Museum of Natural History den Körper der Schildkröte in den kommenden Monaten präparieren. Anschließend soll sie wieder in ihre Heimat gebracht werden: als stumme Mahnung für einen besseren Schutz ihrer Artgenossen. "Lonesome Georges" neues Zuhause wird dann ein neues Informationszentrum im Naturpark.

Ziegenhirten entdeckten "Lonesome George" 1971 auf der Galápagos-Insel Pinta, etwa 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors. Seitdem lebte er unter der Obhut von Rangern im Gehege einer Forschungsstation auf der Insel Santa Cruz. George galt zunächst als der letzte Vertreter seiner Unterart (Chelonoidis abingdonii). Ehrgeizige Paarungsversuche mit Weibchen einer verwandten Unterart scheiterten immer wieder kläglich. George blieb einsam. Nach seinem Tod an Herzversagen am 24. Juni 2012 konnten Forscher jedoch im November 2012 auf Galápagos 17 verwandte Schildkröten identifizieren.

Einst 300.000 Riesenschildkröten

Auf den Galápagos-Inseln lebten einst 300.000 Riesenschildkröten. Die Population wurde jedoch im 18. und 19. Jahrhundert stark dezimiert, als Walfänger und Seeräuber natürliche Feinde der Schildkröten einführten und weil sie die Schildkröten zum Verzehr auf ihre Schiffe holten. Später fraßen Ratten, die auf die Inseln eingeschleppt wurden, Eier und Junge der Reptilien. Vielerorts wurde auch der Lebensraum der Riesenschildkröten zerstört. Heute existieren noch zwischen 30.000 und 40.000 Schildkröten von zehn verschiedenen Arten auf den Galápagos-Inseln.

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Quelle: n-tv.de

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