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Donnerstag, 23. April 2009

Bremst den Klimawandel: Luftverschmutzung hat Vorteile

Die Luftverschmutzung bremst paradoxerweise gleich auf zwei Arten den Klimawandel. Die winzigen Abgasteilchen in der Luft streuen das Sonnenlicht, so dass es von allen Seiten auf die Blätter fällt. Dadurch können die Pflanzen mehr des zur Erde kommenden Sonnenlichts für ihr Wachstum verwenden und damit mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, wie ein europäisches Forscherteam im Fachjournal "Nature" berichtet. Zusätzlich lenken die Abgasteilchen Sonnenlicht ins All zurück, so dass nicht so viel Sonnenlicht auf die Erde trifft und sich die Erdatmosphäre nicht so stark erwärmt, wie schon länger bekannt war.

Werden alle Strahlungseffekte eingerechnet, so wurden von 1960 bis 1999 rund zehn Prozent mehr Kohlenstoff von Landpflanzen gebunden, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich berichtet. Die Forscher stützen sich auf verschiedene Modellrechnungen. Nach Auskunft des Mitautors Stephen Sitch vom britischen Wetterdienst in Exeter wachsen Pflanzen entgegen der Annahme vieler Menschen nicht im direkten, hellen Sonnenlicht am besten, sondern eher im diesigen Licht.

Für die Gesundheit, gegen das Klima?

Zu den Luftschadstoffen zählt zum Beispiel Schwefeldioxid aus Kraftwerksschornsteinen. Deutschland und andere Industrieländer haben dessen Ausstoß mit Hilfe von Filtern inzwischen stark gedrosselt. Zudem stoßen Vulkane viele Partikel aus, wie der Pinatubo auf den Philippinen beim Ausbruch 1991. Die winzigen Teilchen, sogenannte Aerosole, strahlen zum einen Sonnenlicht zurück ins All. Zum anderen sorgen sie für dichtere Wolken, die ebenfalls mehr Sonnenlicht zurückwerfen. Beides kühlt die Atmosphäre und lässt weniger Licht zur Erdoberfläche dringen.

"Wenn wir weiterhin die Luftreinheit in der unteren Atmosphäre verbessern, was wir um der menschlichen Gesundheit Willen machen müssen, dann wird es viel schwerer, den gefährlichen Klimawandel mittels Kohlendioxidreduktion zu vermeiden", sagte Mitautor Peter Cox von der Universität Exeter.

Quelle: n-tv.de

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