(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 22. Juni 2011
Geschlechterverhalten beim Fußball: Männer sind größere Schauspieler
Männer sind größere Schauspieler als Frauen - zumindest wenn es ums Fußballspielen geht. Sie bleiben nach dem Hinfallen länger liegen, jubeln ausführlicher nach einem Tor und brauchen selbst für das Auswechseln von Spielern mehr Zeit. Das haben Wissenschaftler der Technischen Universität München anhand von 56 Spielen herausgefunden.
Mit dem Ball unter dem Trikot feiert Kölns Lukas Podolski sein Tor gegen Freiburg am 26.02.2011.
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Sportwissenschaftler der TU München legen pünktlich zur Frauen-WM eine Studie vor, die das Fußballgebaren von Frauen und Männern untersucht. "Generell können die Unterschiede so interpretiert werden, dass bei den Männern der Gedanke der Inszenierung viel stärker ausgeprägt ist als bei den Frauen", sagte Sportwissenschaftler Martin Lames nach einer Mitteilung vom Mittwoch. "Der Grund dafür könnte sein, dass die Spiele der Männer generell vor mehr Zuschauern und mit höherer medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden", sagte Lames. Zudem setzten Männer die Unterbrechungen im Gegensatz zu Frauen auch als taktisches Mittel ein, etwa wenn sie in Führung lägen.
Die Sportwissenschaftler hatten bei den Fußballspielen Parameter wie Ort, Zeit und Dauer der Spielunterbrechung untersucht. Demnach ist der Torjubel mit fast einer Minute bei Männern etwa doppelt so lang wie bei Frauen. Männer bleiben nach Verletzungen rund 30 Sekunden länger liegen. Auch für das Auswechseln brauchen sie 10 Sekunden mehr Zeit. Ein Spiel bei Frauen wird zwar öfters unterbrochen, meistens aber schneller fortgesetzt. Die Gesamtzeit der Pausen bleibt somit nach Forscherangaben gleich.
Durchschnittlich 38 Prozent der untersuchten Fußballspiele beider Geschlechter bestanden aus Unterbrechungen - bei manchen seien es sogar 53 Prozent gewesen. Die Sportwissenschaftler wollten mit ihrer Analyse eigentlich die Struktur von Fußballspielen erforschen - der Vergleich der Unterbrechungen beim Frauen- und Männerfußball entstand zufällig.
dpa
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