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Auch kleine Schutzgebiete sind sinnvoll: Meerestiere können sich erholen

Immer mehr Arten sind durch Überfischung in den Meeren massiv bedroht. Aus diesem Grund wird der Ruf von Tierschützern nach Schutzgebieten immer lauter. Forscher aus Norwegen können jetzt beweisen, dass sogar Gebiete von nur einhundert Metern im Durchmesser den Meeresbewohnern etwas bringen.

Meeresschutzgebiete müssen gar nicht groß sein, um eine positive Wirkung zu haben.
Meeresschutzgebiete müssen gar nicht groß sein, um eine positive Wirkung zu haben.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch kleine Meeresschutzgebiete haben offenbar eine große Wirkung. In Norwegen konnten sich die Bestände an Hummer und Kabeljau in solchen Arealen deutlich erholen. Das berichten internationale Forscher in den "Proceedings" der britischen Royal Society.

Im Jahr 2006 waren mehrere Meeresschutzgebiete an der Skagerrak-Küste im Süden Norwegens ausgewiesen worden, die jeweils nur wenige Hundert Meter im Durchmesser umfassen. Sie bieten Krebstieren vollständigen und Fischen teilweisen Schutz.

Gute Entwicklung der Bestände

Das Team um Even Moland vom norwegischen Institute of Marine Research untersuchte nun, wie sich die Bestände des Europäischen Hummers (Homarus gammarus) in drei dieser Schutzzonen änderten. Dazu verglichen die Forscher die dortige Entwicklung der Bestände mit etwa gleich großen Vergleichsgebieten in der Nachbarschaft.

Die Hummerdichte stieg demnach von 2006 bis 2010 in den Schutzgebieten deutlich an – im Durchschnitt um 245 Prozent. Zudem waren die Tiere dort im Schnitt 13 Prozent größer. Auch in den Vergleichsgebieten nahm die Hummerdichte zu, allerdings war der Anstieg hier deutlich geringer (87 Prozent).

Tiere im Durchschnitt größer

Eine positive Wirkung hatten die Schutzzonen auch auf örtliche Populationen des Kabeljaus (Gadus morhua), berichten die Forscher. Zwar nahm der Fang dieses Fischs in den vergangenen Jahren im gesamten Skagerrak-Gebiet ab, doch in den Schutzgebieten gab es immer eine höhere Fangrate als in den Nachbargebieten. Zudem waren die hier gefangenen Tiere im Schnitt um fünf Zentimeter größer.

Dies zeige, dass auch kleine Schutzgebiete einen positiven Effekt für die Hummerpopulation haben und auch die lokalen Kabeljaubestände vermutlich davon profitieren, schließen die Forscher.

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Quelle: n-tv.de

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