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Braunkohlekraftwerk in Brandenburg: fast 40 Prozent der CO2-Emissionen fallen bei der Stromerzeugung an.
Braunkohlekraftwerk in Brandenburg: fast 40 Prozent der CO2-Emissionen fallen bei der Stromerzeugung an.(Foto: picture alliance / dpa)

Streit um Ursachen entschieden: Mensch ist schuld am Klimawandel

Es ist ein häufig vorgebrachtes Argument, wenn es um Maßnahmen gegen den Klimawandel geht: Nicht einmal die Wissenschaft sei sich darüber einig, ob er wirklich vom Menschen verursacht wird. Mit diesem Vorwand räumt nun eine Studie auf. Sie hat Tausende wissenschaftliche Arbeiten aus 20 Jahren untersucht - und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Der angebliche Streit in der Wissenschaft um die Ursachen des Klimawandels ist einer neuen Studie zufolge klar entschieden: Nach der Auswertung tausender Studien zu dem Thema aus einem Zeitraum von 20 Jahren kamen Wissenschaftler aus den USA, Australien und Kanada zu dem Ergebnis, dass die überwältigende Mehrheit von knapp über 97 Prozent darin übereinstimmt, als Verursacher der Klimaerwärmung den Menschen anzusehen. Bei Diskussionen über politische Maßnahmen gegen den Klimawandel wird immer wieder angeführt, die Ursachen des Klimawandels seien nicht eindeutig erwiesen.

Die Wissenschaftler werteten in der bisher größten Studie dieser Art nun über 12.000 geprüfte Berichte von gut 10.000 Kollegen aus den Jahren zwischen 1991 und 2011 aus. In mehr als 4000 diesen Studien wurde eine Bewertung abgegeben, ob der Mensch in erster Linie für die weltweite Klimaerwärmung verantwortlich sei. Nach der im britischen Fachjournal "Environmental Research Letters" veröffentlichten Auswertung widerspricht nur eine "verschwindend geringe" Anzahl von 0,7 Prozent der wissenschaftlichen Untersuchungen der Ansicht, dass der Mensch die Ursache der Klimawandels sei.

Nach Umfragen in den USA zwischen 1997 und 2007 glauben 60 Prozent der US-Bürger, dass die Wissenschaft über die Ursachen des Klimawandels gespalten sei. "Wissenschaftler stimmen mit überwältigender Mehrheit darin überein, dass sich die Erde aufgrund des menschlichen Einflusses erwärmt", hoben die Autoren der Auswertung nun hervor. "Es gibt eine auffällige Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der Realität." Eine genaue Wahrnehmung des wissenschaftlichen Konsenses sei aber ein entscheidendes Element für die öffentliche Unterstützung einer Klimapolitik. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler nur in dem Blog "The Consensus Project" veröffentlicht, der die Debatte über Ursachen beenden und eine lösungsorientierte Diskussion anregen will.

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Quelle: n-tv.de

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