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Vor allem Pestizide setzen den orange-rot gezeichneten Schmetterlingen zu.
Vor allem Pestizide setzen den orange-rot gezeichneten Schmetterlingen zu.(Foto: picture alliance / dpa)

Bestand geht dramatisch zurück: Monarchfalter vom Aussterben bedroht

Die bunten Schmetterlinge sind berühmt dafür, in riesigen Schwärmen über Nordamerika zu ziehen. Doch Forscher schlagen nun Alarm: Die Zahl der Monarchfalter ist niedrig wie nie. Ein wunderbares Naturphänomen droht verloren zu gehen.

Die Zahl der bunten Amerikanischen Monarchfalter ist einer Studie zufolge dramatisch zurückgegangen. Nur noch sieben Kolonien der orange-rot gezeichneten Schmetterlinge auf insgesamt nicht einmal 0,7 Hektar seien diesen Winter in Zentralmexiko gezählt worden, teilt der WWF Deutschland (World Wide Fund For Nature) mit. Binnen eines Jahres sei die Population, die schon im Vorjahr auf einem Rekordtief war, nochmals um fast die Hälfte (44 Prozent) gefallen.

Als Gründe sieht der WWF vor allem die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden in Kanada und den USA an. "Mit der massenhaften Wanderung der hübschen Falter könnte es bald vorbei sein", mahnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Die Welt würde ein wunderbares Naturphänomen verlieren."

Früher bogen sich die Äste

Im Herbst fliegen gewöhnlich Abermillionen Monarchfalter aus Kanada und den USA in ihre warmen Winterquartiere im bewaldeten Hochland von Zentralmexiko. Dabei legen sie in mehreren Generationen mehr als 4000 Kilometer zurück. Wie genau die Schmetterlinge ihr Ziel finden, ist nach wie vor nicht genau geklärt.

Seit Beginn der Zählungen 1993 hätten noch nie so wenige Falter Mexiko erreicht, sagt Homes. Die Zahlen schwankten zwar zwischen einzelnen Jahren - sinken aber in der Tendenz deutlich. Früher sei die Zahl der federleichten Falter so gewaltig gewesen, dass sich Äste von Kiefern, Tannen und Zypressen unter ihrem Gewicht bogen. Im Winter 2010/11 fanden Umweltschützer in Zentralmexiko nur noch gut vier Hektar mit Monarchfalter-Kolonien. Im Jahr danach waren es noch knapp 1,2 Hektar - Negativrekord. In diesem Winter waren es sogar nur noch 0,67 Hektar.

Es fehlen Rückzugsräume

Der WWF macht vor allem die intensive Landwirtschaft für den Rückgang verantwortlich. In den USA und Kanada, wo die Falter im Sommer leben, seien viele Brachflächen in Acker-Monokulturen umgewandelt worden. Seidenpflanzen, die Hauptnahrung der Raupen, würden durch die dabei verwendeten Pestizide zurückgedrängt. "Wir brauchen auch auf den Äckern Ruckzugsräume für wildlebende Tiere und Pflanzen, sonst gehen bei vielen Arten bald die Lichter aus", sagt Homes.

Erst Mitte Februar hatten 150 Schmetterlingsforscher, Schriftsteller und Künstler einen besseren Schutz des Monarchfalters gefordert. In einem Schreiben an die Regierungschefs von Kanada, Mexiko und den USA forderten sie mehr Schutz und einen Korridor entlang der gesamten Route der Schmetterlinge. Zu den Unterzeichnern der Petition zählten etwa der US-Schriftsteller Paul Auster oder der norwegische Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer.

Die tierische Massenmigration habe in Mexiko auch eine kulturelle Bedeutung, so der WWF: Für die Mexikaner symbolisiere sie die Rückkehr der verstorbenen Seelen und werde ausgiebig gefeiert.

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Quelle: n-tv.de

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