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Zehn Minuten vor Start zur ISS: Mysteriöses Schiff stoppt Raumfrachter

Kurz vor dem Start der tonnenschweren ISS-Versorgungskapsel "Cygnus" taucht plötzlich ein Schiff auf dem Radar auf und legt den Abflugplan lahm. Nun müssen die Astronauten auf der Raumstation länger als geplant auf neue Vorräte und Instrumente warten.

"Cygnus" hat 2,3 Tonnen Vorräte und Instrumente geladen.
"Cygnus" hat 2,3 Tonnen Vorräte und Instrumente geladen.(Foto: dpa)

Wegen eines Bootes in Nähe der Abschussrampe ist der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation ISS um einen Tag verschoben worden. Der Countdown wurde am Montagabend (Ortszeit) nur zehn Minuten vor dem Abflug gestoppt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf Twitter mit. Zu dem Schiff im Atlantik vor der Küste des US-Bundesstaats Virginia habe kein Kontakt hergestellt werden können, so die Nasa.

Das zuständige private Unternehmen Orbital Sciences brach den Start der Antares-Rakete mit dem unbemannten Raumtransporter "Cygnus" daraufhin aus Sicherheitsgründen kurzfristig ab. Der Frachter soll nun am heutigen Dienstagabend vom Wallops-Weltraumbahnhof im Bundesstaat Virginia aufbrechen. Bei seiner dritten offiziellen Nachschub-Mission soll der Frachter rund 2,3 Tonnen Vorräte, wissenschaftliche Experimente und Zubehör zur ISS bringen - so viel wie bei keiner der bisherigen Missionen.

Auf der ISS befinden sich derzeit sechs Raumfahrer. Drei von ihnen, darunter der Deutsche Alexander Gerst, sollen in zwei Wochen nach 165 Tagen auf der ISS zur Erde zurückkehren. Ihre Nachfolger, ein russischer Kosmonaut und zwei US-Astronauten, sollen zwei Wochen später auf der Raumstation eintreffen.

Private Unternehmen führen seit mehreren Jahren im Auftrag der Nasa Versorgungsflüge zur ISS aus, während die Astronauten mit russischen Sojus-Kapseln ins All gebracht werden. Die US-Raumfahrtbehörde stellte ihr eigenes Shuttle-Programm im Sommer 2011 nach drei Jahrzehnten vor allem aus Kostengründen ein, will aber wieder einsteigen - nicht zuletzt, um die derzeitige Abhängigkeit von Russland in der bemannten Raumfahrt zu beenden.

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Quelle: n-tv.de

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