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(Foto: dpa)
Donnerstag, 15. Dezember 2011

Der Schmetterling des Jahres: Nachtpfauenauge auserkoren

Seine "Augen" sollen Feinde abschrecken. Die Rede ist vom Kleinen Nachtpfauenauge, dem Tier, das von der Naturschutzorganisation BUND zum Schmetterling des Jahres gewählt worden ist. Immer weniger Lebensraum macht den Tieren zu schaffen.

Das Kleine Nachtpfauenauge ist der Schmetterling des Jahres 2012. Gekürt wurde der Nachtfalter mit den auffälligen augenähnlichen Flecken auf den Flügeln von der Naturschutzorganisation BUND. Das Kleine Nachtpfauenauge ist einer der größten und farbenprächtigsten Nachtfalter in Deutschland, betonte die Jury. Die Flügel der Männchen sind kräftig orange, weiß, schwarz und meist auch rosa gefärbt. Die Weibchen sind zwar farblich unauffälliger, aber mit einer Spannweite von acht Zentimetern viel größer als die Männchen. Die "Augen" sollen Feinde abschrecken.

Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) gehört als Nachtfalter zu den kleineren Schmetterlingen, erklärte BUND-Experte Jochen Behrmann. "Unter den Kleinen ist er aber ein Großer." Die Weibchen fliegen tatsächlich nur nachts. Tagsüber halten sie sich versteckt und geben einen Sexualstoff ab, um Männchen anzulocken. "Die Männchen können diesen Duft über Kilometer mit ihren großen fächerförmigen Fühlern wahrnehmen und fliegen zu den Weibchen.

Die Anzahl der Tiere sinkt

In einigen Regionen steht das Kleine Nachtpfauenauge auf der Vorwarnliste gefährdeter Tiere. "Besonders die Ausweitung der industriellen Landwirtschaft macht dem Kleinen Nachtpfauenauge zu schaffen", so Behrmann. "Wenn man einen Garten hat, sollte man ein paar wilde Ecken lassen und im Winter nicht alle Pflanzenstängel abschneiden." Denn dort spinnen sich im Spätsommer die Raupen zwischen Ästen und Stängeln in einen festen Kokon ein. Die Schmetterlinge schlüpfen im Frühjahr des nächsten Jahres, teilweise auch erst im übernächsten Jahr. So kann der Bestand auch ein schlechtes Jahr überstehen.

Der "Schmetterling des Jahres" wird seit 2003 von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gekürt.

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Quelle: n-tv.de

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