Den richtigen Zeitpunkt findenPersönliche Veränderungen
Ob beruflich oder privat, Veränderungen erfolgen am besten in kleinen Schritten und zum richtigen Zeitpunkt.
Ob beruflich oder privat, Veränderungen erfolgen am besten in kleinen Schritten. "Mit einem vollständigen Wechsel tun sich viele Menschen schwer", sagte der Diplom-Psychologe Rudolf Stroß aus Bergisch Gladbach. Damit der Anfang gut gelingt, muss aber auch der Zeitpunkt stimmen: Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte damit nicht unbedingt im Urlaub anfangen, wenn Erholung im Mittelpunkt steht. Auch Phasen von großem beruflichen Stress seien eher ungeeignet. Der Betroffene benötige Ruhe, Kraft und Zeit.
Grundsätzlich kann sich jeder Mensch aus eigener Kraft verändern, wobei die Selbstveränderung laut Stroß in manchen Fällen sogar erfolgreicher ist als eine Therapie. "Fast jeder hat schließlich schon einmal eine Partnerschaftskrise, Trauer oder eine Trennungssituation in Eigenregie bewältigt." Das seien letztlich alles seelische Leistungen mit therapeutischer Qualität. Allerdings hat die Selbstveränderung auch Grenzen: Bei schwerer Sucht oder psychischen Erkrankungen sei professionelle Hilfe unentbehrlich.
Unzufriedenheit als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Selbstveränderung ist in der Regel eine unbestimmte Unzufriedenheit. Der Mensch stört sich an etwas, kann aber nicht festmachen, was es genau ist. Sobald er den Grund für sein Unbehagen gefunden hat, kann die Veränderung beginnen. "Für die Selbstveränderung ist es unerlässlich, sich selbst zu beobachten", erklärte der Experte. Danach muss ein Ziel festgelegt werden.
Wichtig ist dabei vor allem, sich auf eigene Ressourcen und Erfahrungen zu stützen. Folgende Fragen gilt es laut Stroß zu beantworten: "Was gibt mir Zuversicht und Kraft und welche in mir noch schlummernden Fähigkeiten besitze ich?" Wer sich beruflich verändern möchte, kann sich zum Beispiel zunächst ein neues Hobby, einen Nebenjob oder eine ehrenamtliche Tätigkeit zulegen. Dort erprobt der Betroffene die Selbstveränderung im Kleinen und macht neue Erfahrungen. Es ist auch ganz normal, dass sich das Ziel mit der Zeit verändert. "Das hat nichts mit Wankelmütigkeit, sondern mit Flexibilität zu tun", so der Experte.