Wissen
Auswirkung auf die Vogelwelt: Bei Wandervögeln sind Verschiebungen der Flugperioden zu beobachten.
Auswirkung auf die Vogelwelt: Bei Wandervögeln sind Verschiebungen der Flugperioden zu beobachten.(Foto: imago stock&people)

Hälfte aller Arten: Pflanzen und Tiere müssen umziehen

Wo sie jetzt sind, können sie nicht bleiben: Der Klimawandel zwingt die Hälfte aller Arten zu einem Ortswechsel. Betroffen sind alle großen Pflanzen- und Tiergattungen. Die Erwärmung lässt auch den Schnee in den Bergen zurückgehen, was Folgen nicht nur für Flora und Fauna hat.

Der Klimawandel zwingt rund die Hälfte aller Pflanzen und Tiere zu einem Ortswechsel. Die wissenschaftliche Auswertung von Daten zu Tausenden von Arten habe ergeben, dass weltweit eine Wanderungsbewegung Richtung Pole oder in höhere Lagen eingesetzt habe, sagte Camille Parmesan von der Universität Plymouth in Großbritannien bei einer Konferenz an der australischen University of Tasmania in Hobart. Die Auswirkungen der Erderwärmung zeigten sich in "hunderten Studien".

Betroffen seien alle großen Pflanzen- und Tiergattungen von Bäumen bis zu Kräutern und Säugetieren bis zu Insekten und Korallen. Neben einem Wandel der Verbreitungsräume seien andere Veränderungen zu beobachten: So reagierten etwa zwei Drittel der Arten durch eine frühere Blüte oder Brutzeit auf die Erwärmung. Bei Wandervögeln seien Verschiebungen der Flugperioden zu beobachten.

Negative Auswirkungen seien bei besonders verletzlichen Arten zu verzeichnen, warnte die Wissenschaftlerin. Deren Schutz werde angesichts des Klimawandels "möglicherweise nicht immer machbar sein". Als Beispiel nannte Parmesan etwa Opossums der tropischen Bergregionen Australiens, die vom Klimawandel "bereits schwer beeinträchtigt" seien. Andere Arten seien bedroht, weil sie etwa durch die zunehmende Urbanisierung an einem Ortswechsel gehindert würden.

Klimawandel bedroht Deutschlands Skigebiete

Auch auf den Wintersport und Tourismus hat die Erwärmung großen Einfluss: Der Klimawandel bedroht Deutschlands Skigebiete. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wintersportsaison sich deutlich verkürzen beziehungsweise in höhere Lagen verschieben wird", heißt es in einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Bundesregierung nimmt dabei Bezug auf eine OECD-Studie aus dem Jahr 2007, die ein Szenario einer Temperaturerhöhung von zwei Grad betrachtet. "Bei einem Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius kann von einer Verschiebung der Höhengrenze für die natürliche Schneesicherheit um 300 Höhenmeter ausgegangen werden." Die Anzahl der Tage mit einer Schneehöhe von mindestens 30 Zentimetern werde in den meisten Skigebieten stark zurückgehen.

Weiterhin kommt die OECD zu dem Ergebnis, dass bei einer Erwärmung von zwei Grad die Anzahl der schneesicheren Gebiete in Oberbayern auf 15 Prozent und im Allgäu auf 11 Prozent sinkt. Die Bundesregierung zitiert außerdem eine Studie des Deutschen Alpenvereins aus dem Jahr 2013, die die Auswirkungen auf Skigebiete im bayerischen Alpenraum untersucht hat. "Bei einer Erhöhung der mittleren Lufttemperatur um 2 Grad Celsius sind noch 9 Prozent natürlich schneesicher, 30 Prozent mit künstlicher Beschneiung schneesicher, 61 Prozent nicht mehr schneesicher", heißt es.

Die Temperaturen seien im Alpenraum in den letzten Jahren doppelt so stark angestiegen wie im globalen Durchschnitt, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter mit Verweis auf Angaben der bayerischen Landesregierung.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen