Wissen
Die Pollen der Ambrosia-Pflanze lösen bei vielen Menschen heftige Allergien aus.
Die Pollen der Ambrosia-Pflanze lösen bei vielen Menschen heftige Allergien aus.(Foto: picture-alliance/ ZB)

Allergien häufiger und heftiger: Pollenwarnsystem soll helfen

Allergiker bleiben dieses Jahr erstaulich lange verschont, doch insgesamt wird die Pollenbelastung weiter steigen. Auch die Pollen selbst sollen noch aggressiver werden. Wahrscheinlich sind in Zukunft fast 50 Prozent der Deutschen Allergiker, heißt es in einer neuen Studie. Besondere Sorge bereitet die hochallergene Ambrosia-Pflanze.

In den kommenden Jahren wird die Pollenbelastung in Deutschland und Europa weiter steigen. Das prognostizieren Forscher des Zentrums für Allergie und Umwelt in München in einer neuen Studie zur Pollenbelastung in Europa. Mittelfristig könnte fast die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland unter Allergien leiden, heißt es.

Die Heuschnupfenzeit wird in Zukunft länger dauern.
Die Heuschnupfenzeit wird in Zukunft länger dauern.(Foto: dpa)

Heute gebe es bereits 20 Millionen Allergiker in Deutschland - Tendenz steigend. Noch bis in die 1950er Jahre seien nur etwa zwei bis fünf Prozent betroffen gewesen. Laut Carsten Schmidt-Weber, dem Direktor des Münchner Allergiezentrums, wird es in Zukunft auch mehr Nahrungsmittel-Allergiker geben. Problematisch seien auch Folgeerkrankungen von Allergien wie Asthma.

Ambrosia breitet sich weiter aus

Die Forscher fordern unter anderem von der Politik, ein Frühwarnsystem für Pollen einzurichten. Vor allem die hochallergene Pflanze Ambrosia, die sich immer weiter ausbreite, macht den Wissenschaftlern Sorge. Die Ausbreitung setzt sich laut Schmidt-Weber vor allem entlang von Autobahnen fort - vermutlich weil die Samen an Autos kleben bleiben. Zahlreiche Bundesländer meldeten Ambrosia-Befall. Besonders stark betroffen ist der Raum Berlin.

Und es gibt noch mehr schlechte Nachrichten für Allergiker: Die Pollen werden nicht nur zahlreicher, der Zeitraum, in dem sie ihr Unwesen treiben, dehnt sich wegen der globalen Erwärmung immer weiter aus. "Insgesamt verlängert sich der Blühzeitraum. Hasel blüht schon im Dezember", erklärt Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München. Und wenn die meisten anderen allergieauslösenden Pflanzen verblüht seien, komme in zahlreichen Regionen die Ambrosia dazu.

Pollen enthalten mehr Allergene

Als Grund für die höhere Pollenmenge vermuten die Wissenschaftler die steigende Konzentration von Kohlendioxid in der Luft: Denn Pflanzen, die in Studien einer verstärkten CO2-Menge ausgesetzt worden waren, wuchsen schneller und produzierten mehr Pollen. Allerdings ist wahrscheinlich nicht die Menge der Pollen für die Allergiebelastung entscheidend, sondern die darin enthaltene Menge an Allergenen - Pollen ist nicht gleich Pollen. Abhängig von Zeit und Region produzieren die Pollen demnach verschieden große Mengen an Eiweißverbindungen, die letztlich für die allergische Immunantwort verantwortlich sind.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen