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Passionsblumenfalter haben 12.700 Gene.
Passionsblumenfalter haben 12.700 Gene.(Foto: picture alliance / dpa)

Schutz vor Räubern: Schmetterlinge tauschen Muster

Erbgutvergleiche von farbenprächtigen Passionsblumenfaltern aus Südamerika zeigen, dass die Insekten ganze Bereiche ihres Genoms und damit auch ihre warnenden Farbmuster untereinander austauschen können. Im Erbgut der Falter finden sich etwa 12.700 Gene, berichtet ein internationales Forscherteam im Journal "Nature". Zum Vergleich: beim Menschen sind es rund 23.000.

Das Genom eines Schmetterlingsmännchens wurde in hoher Qualität gelesen: insgesamt 38 Mal. Aus der Überlagerung der Daten entsteht eine sehr verlässliche Abfolge der Genombausteine. Die Analyse und der Vergleich mit anderen Genomen zeigte, dass sich der Falter vor etwa 100 Millionen Jahren entwickelte - damals trennte sich diese Linie von anderen Insekten ab.

"Trittbrettfahrer" schützen sich auch

Mit der neuen Sequenz hatten die Forscher auch neue Informationen darüber, in welchen Bereichen des Erbgutes die Tiere ihre warnenden Farbmuster speichern, mit denen sie potenzielle Räuber vor dem Verzehr warnen - der Passionsblumenfalter ist ungenießbar. Insgesamt gibt es 43 Arten, die die Warnfarben teilweise nachbilden, um sich als "Trittbrettfahrer" ebenfalls zu schützen. Genomdaten anderer, nahe verwandter Schmetterlinge, zeigten dem Konsortium, dass die Arten große Genombereiche untereinander austauschen können. Darunter sind jene für die warnenden Signalfarben und -muster.

Der Austausch läuft über Hybriden: Das sind Nachkommen, die bei der Kreuzung nahe verwandter Schmetterlinge entstehen. Damit kann es auch über Artgrenzen hinweg zu einem Genfluss kommen.

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Quelle: n-tv.de

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