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Mögliche Infektionsquelle für Menschen: Schweine übertragen Ebola

Bisher galten Schimpansen, Gorillas, Waldantilopen und erkrankte Menschen als Überträger von Ebola. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass auch Schweine das Virus weitergeben können.

Das Ebola-Virus kann sich auch in Schweinen vermehren.
Das Ebola-Virus kann sich auch in Schweinen vermehren.(Foto: picture alliance / dpa)

Hausschweine können das tödliche Ebolavirus übertragen. Das zeigen Infektionsversuche der kanadischen Gesundheitsbehörden. Zumindest Artgenossen stecken sich demnach bei infizierten Hausschweinen an. Da die Tiere das – ungefährliche, aber verwandte – Reston-Ebolavirus nachgewiesenermaßen auf Menschen übertragen können, seien sie auch eine mögliche Infektionsquelle für tödliche Ebola-Varianten beim Menschen, schreiben die Forscher um Gary Kobinger vom kanadischen Gesundheitsamt im "Journal of Infectious Diseases”.

Die Wissenschaftler hatten Hausschweine unter kontrollierten Bedingungen über die Schleimhäute mit dem Zaire-Ebolavirus infiziert. Diese Ebolavariante ist bei Menschen für bis zu 90 Prozent der Infizierten tödlich. Eine Impfung oder ein Heilmittel existieren nicht. Die Schweine wurden schwer lungenkrank und waren bis zu 14 Tage nach der Infektion ansteckend. Alle gesunden Tiere, die mit den infizierten Schweinen gehalten wurden, bekamen das Virus.

Ebola-Ausbruch in Uganda befürchtet

Trotz jahrzehntelanger Forschung ist das natürliche Reservoir des Ebolavirus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitgehend unbekannt. Vor allem in Afrika ist es immer wieder zu tödlichen Ausbrüchen der Tropenkrankheit gekommen. Derzeit befürchten Behörden einen Krankheitsausbruch in Uganda, wo am 6. Mai ein zwölfjähriges Mädchen an Ebola gestorben war. Auch hier war zunächst nicht bekannt, wo es sich angesteckt hatte. Als Infektionsquellen für Ebola gelten Schimpansen, Gorillas, Waldantilopen und erkrankte Menschen. Um Ausbrüche bei Menschen zu verhindern, sei es wichtig, die Überträger der Krankheit zu kennen, betonen die Studienautoren. Hausschweine waren bisher nicht als Infektionsquelle bekannt. Während Ebola bei Primaten wie dem Menschen in der Regel den ganzen Körper einschließlich mehrerer Organe befällt, könne das Atemwegsyndrom bei den Schweinen mit anderen Atemwegleiden bei Schweinen verwechselt werden und der gefährliche Erreger so unerkannt bleiben, schreiben die Mediziner.

Ergebnisse sind beachtenswert

Auslöser für ihre Untersuchung war der Nachweis, dass sich mehrere Schweinehalter und ein Schlachter auf den Philippinen bei den Tieren mit dem Reston-Ebolavirus angesteckt hatten. Da diese Ebolavariante Menschen nicht krank macht, wurden die Infektionen nur durch Antikörper gegen das Virus im Blut der betroffenen Menschen nachgewiesen. Nun zeigten die Kanadier, dass auch die gefährliche Zaire-Ebolavariante Schweine anstecken und krank machen sowie sich in den Tieren vermehren kann. Die Ergebnisse seien beachtenswert und Anlass für weitere wissenschaftliche Untersuchungen, aber kein Grund zur Panik, betont der an der Untersuchung unbeteiligte Arzt Daniel Bausch vom Tropeninstitut New Orleans in einem begleitenden Kommentar.

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Quelle: n-tv.de

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