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Immer mehr Flüsse trocknen aus:  E.V. Spence Reservoir in Robert Lee, Texas.
Immer mehr Flüsse trocknen aus: E.V. Spence Reservoir in Robert Lee, Texas.(Foto: Reuters)

Wassernot im Südwesten der USA: Texas droht Dauer-Dürre

Extreme Wärme und staubende Landschaften: Immer wieder ist in den vergangenen Jahren von extremen Hitzewellen und Wassernot in den USA zu hören. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Wissenschaftler erwarten in den kommenden Jahren eine extreme Verknappung der Wasserressourcen rund um den Colorado River.

Eine Gans frisst in einem ausgetrockneten Flussbett nahe Lake Arlington in Texas.
Eine Gans frisst in einem ausgetrockneten Flussbett nahe Lake Arlington in Texas.(Foto: REUTERS)

Der Klimawandel wird die Trockenheit im Südwesten der USA voraussichtlich massiv verschärfen. Das prognostizieren Klimaforscher um Richard Seager von der Columbia University in New York. Vor allem im Staat Texas und im Einzugsgebiet des Colorado River werden sowohl die Bodenfeuchte als auch die Wassermenge der Flüsse bis zum Jahr 2040 deutlich zurückgehen, schreiben sie in der Zeitschrift "Nature Climate Change". Die Wissenschaftler stützen sich auf die Berechnungen verschiedener Klimamodelle.

Der Klimawandel macht sich in verschiedenen Regionen der Erde unterschiedlich bemerkbar. Manche feuchte Zonen der Tropen und gemäßigten Breiten könnten Vorhersagen zufolge mehr Niederschläge erleben, wogegen viele trockene Regionen noch wasserärmer werden könnten.

16 verschiedene Klimamodelle

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Die US-Forscher simulierten mit 16 verschiedenen Klimamodellen die Veränderungen bis zum Jahr 2040 für drei Regionen im Südwesten der USA: Kalifornien und Nevada, Texas sowie das Einzugsgebiet des Colorado River, zu dem etwa die Staaten Arizona, Colorado und Uta h gehören. Dabei berechneten sie für jede Jahreszeit Niederschläge, Verduns tung, Abflussmenge und Bodenfeuchte.

Die meisten Simulationen sagen für alle drei Regionen eine Verknappung der Wasserressourcen voraus. Zwar dürften die Niedersc hläge in Kalifornien, Nevada und im Einzugsgebiet des Colorado River im Winter zunehmen. Doch die Erwärmung lässt in diesen Gebieten auch die Verdunstung steigen.

Schlechteste Wasserbilanz für Texas

Insgesamt dürfte sich der Wassergehalt der Flüsse im Frühjahr – der Zeit der Schneeschmelze – verringern. Im Colorado-Gebiet könnte die Menge des abfließenden Wassers demnach in dieser Jahreszeit sogar um 25 Prozent sinken. Am schlechtesten fällt die Wasserbilanz der Studie zufolge für Texas aus.

Im Jahresdurchschnitt sinkt die Bodenfeuchte in allen Regionen, heißt es in "Nature Climate Change". Das Wasservolumen der Fließgewässer dürfte im Mittel um zehn Prozent abnehmen – wobei Texas und das Colorado-Gebiet besonders stark leiden. Die Forscher vergleichen dies mit der schlimmsten Trockenheit, die bislang am Colorado nachgewiesen ist: Analysen von Baumringen zeigen, dass es im zwölften Jahrhundert eine Megadürre gab, bei der der Wasserstand um 15 Prozent unter den langjährigen Durchschnitt fiel.

"Daher wird der menschengemachte Klimawandel voraussichtlich zu einem potenziellen Rückgang des Colorado-River führen, der der schwersten, aber vorübergehenden, aufgezeichneten Wasserabnahme ähnelt", schreiben die Forscher. Angesichts des Bedarfs der Landwirtschaft und der wachsenden Bevölkerung könne die Wasserknappheit im Südwesten der USA die Ökosysteme der Flüsse zusätzlich belasten.

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Quelle: n-tv.de

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