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Freitag, 02. Mai 2008

Zwitschern üben: Vogel-Küken brabbeln

Vogel-Küken brabbeln ähnlich wie Babys. Durch das unstrukturierte Vor-sich-hin-Zwitschern lernen sie nach und nach die arttypischen Lieder. In der Übungsphase nutzen die Küken allerdings ganz andere Gehirnbereiche als ausgewachsene Vögel beim Zwitschern, berichten US-Forscher im Fachjournal "Science".

Die Untersuchung sei ein Beispiel für die Bedeutung von sogenanntem Erkundungsverhalten, das jungen Tieren und auch Menschenkindern ermögliche, die Welt um sie herum zu erfassen und zu begreifen. Zebrafinken beginnen etwa 30 Tage nach dem Schlüpfen zu Brabbeln. Zwei Wochen später haben sie bereits erste "Silben" gelernt kurze und regelmäßig wiederkehrende Tonfolgen.

Im Alter von etwa 80 Tagen beherrschen sie schließlich die komplexen Gesangsmotive, die auch die Lieder ausgewachsener Vögel ausmachen. Michaele Fee und ihre Mitarbeiter vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (US-Staat Massachusetts) zeigten nun, dass beim Singen-Lernen ein anderer Schaltkreis im Gehirn aktiviert wird als später beim Singen.

Sie hatten dazu den für das Singen ausgewachsener Vögel zuständigen Hirnbereich operativ, beziehungsweise mit Medikamenten ausgeschaltet. Die Vögel begannen daraufhin wieder wie Küken zu brabbeln. Weiter zeigten die Forscher, dass die beiden Schaltkreise in einem gewissen Punkt der Entwicklung beginnen, miteinander zu interagieren. Das passierte etwa in der Phase, in der die Küken die ersten Zwitscher-Silben bildeten. Auch für andere Verhaltensweisen von Jungtieren und Kleinkindern gebe es vermutlich spezielle Schaltkreise im Gehirn, schreiben die Forscher. Womöglich sei dies ein grundsätzliches Merkmal des Lernens bei Wirbeltieren.

Quelle: n-tv.de

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