Die Litosphärenplatten im Überblick. Die Karibische Platte bewegt sich in ihrem nördlichen Teil stärker als in ihrem südlichen. So baut sich eine enorme Spannung auf, die sich entladen muss.
Mittwoch, 13. Januar 2010
Platten, Spannungen, Brüche: Warum die Erde bebt
Es gibt Gegenden auf dieser Welt, die für Erdbeben prädestiniert sind: Das sind besonders die Region rings um den Pazifik, eine Nord-Süd-Achse in der Mitte des Atlantiks und der Südrand der eurasischen Platte, auf der sich Europa und Asien befinden.
Denn die äußere Schale der Erde setzt sich aus mehreren riesigen Schollen zusammen, den so genannten Litosphärenplatten. Diese Erdplatten sind rund 100 Kilometer dick, und sie schwimmen auf einer weiteren Schicht des äußeren Erdmantels, der Athenosphäre. Die Platten verschieben sich ständig. Das liegt, wie Erdbebenexperte Dr. Birger Lühr vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam erklärt, letztlich an der Tatsache, dass zwischen Erdkern und Erdmantel leichte Materialien aufsteigen, während schwere hinabsinken.
Neues verdrängt Altes
An manchen Stellen der Athenosphäre brodelt es nämlich, Material aus der Tiefe drängt nach oben. Auf diese Weise wächst zum Beispiel der Mittelozeanische Rücken, das Netz von untermeerischen Erhebungen, das die Erde umspannt. Neu aufsteigendes Material drängt hier altes zur Seite, es kommt zu Masseverlagerungen und damit auch zu Spannungen zwischen und innerhalb einzelner Platten. In der Folge geraten die Schollen in Bewegung.
Die Graphik zeigt die Vorgänge in der Athenosphäre und die daraus resultierenden Plattenverschiebungen.
(Foto: USGS)
Dort wo die Nordamerikanische und die Karibische Platte aufeinandertreffen – und auf dieser Grenze liegt Haiti - bewegt sich die Karibische Platte, relativ zur Nordamerikanischen, mit einer Geschwindigkeit von rund sieben Millimetern pro Jahr nach Osten.
Bruchvorgänge im Untergrund
Für die Weltbevölkerung sind die Plattenbewegungen meist nicht wahrnehmbar. Wenn aber zwei Platten mit einem starken Ruck kollidieren oder eine Platte plötzlich auf oder unter eine andere rutscht, ist das deutlich spürbar - jedenfalls für die Menschen, die an den Plattenrändern leben. Die Erde bebt: Es kommt zu Bruchvorgängen im Untergrund, meist in Tiefen von weniger als 20 Kilometern. Von der Bruchfläche setzen sich in alle Richtungen Erschütterungswellen fort. An der Erdoberfläche bringen anhaltende Schwingungen Brücken und Häuser zum Einsturz.
Rund 90 Prozent aller Beben gehören zu diesen tektonischen Beben.
Dort, wo sich Platten untereinanderschieben, entstehen auch besonders viele Vulkane (rote Linie: der so genannte Ring des Feuers).
asc
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