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Was glotzt du so? Männliche Atlantik-Kärpflinge sind nach einem siegreichen Kampf besonders rau.
Was glotzt du so? Männliche Atlantik-Kärpflinge sind nach einem siegreichen Kampf besonders rau.(Foto: picture alliance / dpa)

Brutale Kärpfling-Machos : Weibchen bevorzugen Verlierer

Weibliche Atlantik-Kärpflinge wählen nach dem Kampf zwischen zwei Männchen lieber den Verlierer. Treffen sie die Kontrahenten jedoch außerhalb der Kampfsituation, entscheiden sie sich meist für den Stärkeren. Was die Fischweibchen zu diesem Verhalten bewegt, erklären Forscher.

Wenn weibliche Atlantik-Kärpflinge einen Kampf ihrer männlichen Artgenossen beobachten, bevorzugen sie anschließend das unterlegene Fischmännchen und nicht den Sieger. Letztere sind den Fischdamen offensichtlich zu brutal. Und tatsächlich neigen die stärkeren männlichen Kärpflinge dazu, die Weibchen nach dem Kampf heftig zu bedrängen und sie gar beim Sex zu verletzen, schreiben Frankfurter Forscher im Fachjournal "Behavioral Ecology and Sociobiology".

Gewöhnlich entscheiden sich auch die Weibchen des Atlantik-Kärpflings (Poecilia mexicana) für das größere von zwei Männchen, berichtet das Team um David Bierbach und Martin Plath von der Universität Frankfurt. Haben sie jedoch vorher einen Kampf beobachtet, bevorzugen sie den Verlierer.

Beißen, schlagen und rammen

Der Kampf der vier bis sechs Zentimeter langen männlichen Atlantik- Kärpflinge ist recht brutal: Sie beißen sich, schlagen mit den Schwanzflossen aufeinander und rammen ihren Gegner. Zugleich stellen sie ihre Flossen auf – um größer zu erscheinen, so vermuten die Forscher. "Am Ende eines Kampfes wird das unterlegene Tier, erkennbar an den eingefalteten Flossen, vom Gewinner verjagt", berichten sie in einer Mitteilung der Universität.

In dem Versuch konnten die Fisch-Weibchen zunächst Videos von zwei etwa gleich großen Männchen beobachten. Daraufhin hielten sie sich in etwa gleich häufig in der Nähe der Videos auf. Danach spielten die Forscher der Hälfte der Weibchen ein Video von einem Kampf der beiden soeben beobachteten Männchen vor. Kurze Zeit später verbrachten die Weibchen viel mehr Zeit vor dem Video des nun wieder allein schwimmenden Verlierers.

Die zweite Hälfte der Weibchen durfte den Kampf nicht beobachten, sondern sah nur die beiden Männchen jeweils in einzelnen Videos kurz nach dem Kampf: Diese Weibchen entschieden sich für die Sieger – sie wussten nicht, das dieser kurz zuvor gekämpft hatte.

Aufgeheizt durch den Sieg

In weiteren Experimenten beobachteten die Forscher, dass die Siegermännchen direkt nach dem Kampf sexuell besonders aktiv waren. Das liegt nach ihren Vermutungen an den männlichen Hormonen, die nach dem Sieg produziert werden. Für die Weibchen ist dies Verhalten allerdings stressig bis gefährlich: Sie wurden vom Fressen abgehalten und ihr Genitaltrakt wurde häufiger als gewöhnlich beim Sex verletzt.

Bei den Kärpflingen werden die vom Weibchen abgelegten Eier nicht wie bei vielen anderen Fischen vom Männchen im Gewässer befruchtet. Vielmehr geschieht die Befruchtung im Körper des Weibchens, das lebende Junge zur Welt bringt. "Unsere Studie zeigt, wie stark das weibliche Partnerwahlverhalten von Informationen aus dem sozialen Umfeld abhängt und wie kompliziert auch das Liebesleben eines Fischweibchens sein kann", folgert Plath.

Homosexuelles Verhalten bevorzugt

Das Frankfurter Team hatte bereits im vergangenen Dezember berichtet, dass homosexuelles Verhalten männlicher Kärpflinge die Weibchen anzieht. Den Weibchen sei es in dem Fall egal, welche geschlechtlichen Vorlieben ein Männchen habe, Hauptsache es habe Sex und zeige damit Aktivität an, schreiben sie im Journal "Biology Letters". Dieser ist offensichtlich weit attraktiver als ein siegreicher Kampf.

Quelle: n-tv.de

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