Wissen
Weißes Haar kann auch ein Segen sein - so wie bei George Clooney. Seiner Frau Amal gefällt es offenbar.
Weißes Haar kann auch ein Segen sein - so wie bei George Clooney. Seiner Frau Amal gefällt es offenbar.(Foto: dpa)

Verantwortliches Gen identifiziert: Weiße Haare gehören Vergangenheit an

Bei so manchem Hollywood-Star kann weißes Haar für Sexappeal sorgen. Für die meisten Menschen ist es jedoch lästig und lässt sie älter wirken. Forscher haben endlich das Weißhaar-Gen identifiziert.

Stress, Rauchen, Alkohol - oder doch Vitaminmangel? All das wird im Volksmund als Grund für ein frühzeitiges Ergrauen genannt, doch der wahre Grund liegt offenbar im Erbgut: Forscher haben das Gen IRF4 als Grund für weißes Haar ausgemacht, wie aus einer im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlichten Studie hervorgeht.

"Wir haben eine Genvariation, ein Allel, identifiziert, das zu grauen Haaren veranlagt", sagte Co-Autor Kaustubh Adhikari vom Londoner University College. Gene, die für Haarausfall und die Haarfarbe sorgen, waren schon früher bekannt. "Zum ersten Mal ist nun ein Gen identifiziert, das die Alterung von Haaren beeinflusst." Dabei handelt es sich lediglich um eine winzige Veränderung im Erbgut, die bei der Zellteilung allerdings zu einer durchweg weißen Haarpracht führt.

Beim Gen IRF4 kommt es bei grauem Haar zu einer sogenannten Punktmutation, bei der lediglich die zwei Nukleinbasen Cytosin und Thymin auf dem DNA-Strang ausgetauscht werden. Ein kleiner Fehler mit großer Wirkung, denn durch den Platzwechsel produziert das Gen weniger Melanin. Je weniger Melanin zur Verfügung steht, desto weißer wird das Haar.

Europäer werden schneller weiß

Die Forscher untersuchten die DNA von 6357 Männern und Frauen aus Südamerika. Das Grauhaar-Gen wurde überwiegend bei Europäern gefunden. Beim kaukasischen Typ zeigten sich im Schnitt schon mit 35 Jahren die ersten grauen Haare, beim asiatischen Typ beginne des Ergrauen fünf Jahre später, beim afrikanischen Typ zehn Jahre, sagte der Wissenschaftler.

Das Verständnis über die Funktionsweise des Gens IRF4 könne ein Eingreifen in den Prozess ermöglichen, prognostiziert Adhikari. Genveränderungen könnten das Ergrauen bremsen und so die Farbenpracht der Haare länger erhalten. Auf diese Weise könnten kostspielige Friseurbesuche bald der Vergangenheit angehören, obwohl das sogenannte "Granny Hair" derzeit in der Modewelt besonders angesagt ist.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen