Wissen
Die Antarktis, der fünftgrößte Kontinent der Erde, unterliegt einem dramatischen Klimawandel.
Die Antarktis, der fünftgrößte Kontinent der Erde, unterliegt einem dramatischen Klimawandel.(Foto: dpa)

Temperaturanstieg von 2,4 Grad: Westantarktis erwärmt sich

Die westliche Antarktis gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach der Überprüfung von Temperaturdaten aus über 50 Jahren. Die Erkenntnisse weisen darauf hin, dass dem Schmelzwasser der Antarktis eine größere Bedeutung im Klimawandel zukommt als bisher angenommen.

Die Byrd-Station sammelt seit 1957 Daten über Temperaturverschiebungen in der Westantarktis.
Die Byrd-Station sammelt seit 1957 Daten über Temperaturverschiebungen in der Westantarktis.(Foto: dpa)

Die Temperaturen in der Westantarktis steigen laut einer Studie ungewöhnlich schnell, was den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen könnte. Der westantarktische Eisschild erwärme sich doppelt so rasch wie bisher gedacht, berichteten Forscher im Wissenschaftsblatt "Nature Geoscience" vom Sonntag.

Eine Überprüfung der Temperaturdaten zwischen 1958 und 2010 ergab, dass die Temperatur in diesem Zeitraum um 2,4 Grad gestiegen ist - drei Mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Damit sei die westliche Antarktis das sich am schnellsten erwärmende Gebiet der Welt.

Bedeutung für den Meeresspiegel

Das Eis im Westen der Antarktis liegt teilweise über Land, erstreckt sich aber auch weit ins Meer hinein und schmilzt deshalb schneller. Schon bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Schmelzprozess in der Westantarktis zu rund zehn Prozent des durch den Klimawandel erzeugten Anstiegs des Meeresspiegels beiträgt.

Die neuen Erkenntnisse könnten aber bedeuten, "dass die Region einen größeren Beitrag zum ansteigenden Meeresspiegel leisten könnte als sie es bisher tut", sagte der Koautor der Studie, David Bromwich vom Byrd Polar Research Center. "Wenn der Erwärmungstrend anhält, wird die Schmelze in der Region in der Zukunft umfangreicher sein."

Unvollständige Aufzeichnungen

Die Byrd-Station war 1957 in der Westantarktis errichtet worden; ihre Temperatur-Aufzeichnungen waren aber unvollständig. Der Forschungsstützpunkt war nicht durchgehend besetzt und litt während der langen Polarnächte unter Stromausfällen, weil dann die Solaranlage nicht funktionierte. Bromwich und sein Team benutzten deshalb Wetterdaten mehrerer US-Forschungseinrichtungen, um die Lücken zu schließen.

Der Weltklimarat hatte 2007 einen Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Mehrere Studien der vergangenen Monate haben aber bereits vorhergesagt, dass der Anstieg wesentlich höher sein dürfte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen