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Nicht nur durch Duftspuren: Wie Ameisen navigieren

Ameisen leben in hochkomplexen Staaten mit Arbeitsteilung. Bisher war man davon ausgegangen, dass sie sich bei der Futtersuchen an Duftspuren ihrer Vorgänger orientieren. Das ist jedoch nicht die einzige Art der Tiere, sich zu orientieren.

Ameisen orientieren sich nicht nur an der stärksten Duftspur ihrer Vorläufer.Ihre Fähigkeit zur Navigation sei erstaunlich, berichten britische Forscher in der"Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Sie merkensich ein einfaches Bild ihrer Umgebung und versuchen es mit dem aktuellen Bild ihrerAugen in Einklang zu bringen, wenn sie einen Ort wiederfinden wollen.

Schon häufig hatten Versuche gezeigt, dass optische Zeichen für Ameisen wichtigsind, die einen Futterplatz wiederfinden wollen, berichtet Thomas Collett von derUniversität von Sussex in Brighton (Großbritannien). Unklar war aber, wie dieseLandmarken wahrgenommen und mit der Bewegung koordiniert werden.

Versuch im Labor

Ein Wüstenameise in der  Abendsonne.
Ein Wüstenameise in der Abendsonne.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Biologe entwarf nun ein einfaches Experiment: Er trainierte Rote Waldameisenauf einer völlig kahlen Fläche im Labor darauf, eine Futterstelle zu finden, inderen Nähe ein Computermonitor eine senkrechte Hell-Dunkel-Grenze zeigte. Dabeibeobachtete er, dass die Tiere etwa alle zehn Sekunden kurz anhielten und ihrenKörper hin- und herdrehten, bevor sie in Richtung Futter weiterliefen. Auf dieseWeise maßen sie ständig den sich im Laufe des Weges ändernden Winkel der gesetztenMarke zur Futterstelle und fanden sicher dorthin.

Besonders interessant wurde es, als Collett versuchte, die Tiere in die Irrezu leiten, indem er die Marke auf dem Schirm zur Seite versetzte. Die Tiere drehtensich, um die neue Position der Grenze im Verhältnis zu ihrem Ziel einzuschätzen.Die Anfangsgeschwindigkeit, dieser Suchdrehung in den ersten 60 Millisekunden hingerstaunlich genau mit dem Winkel zwischen der vorherigen und der neuen Positionder Marke zusammen.

Dies bedeutet, dass die Tiere bereits vor der Bewegung eine Vorstellung davonhatten, wie weit sie sich drehen mussten, wo sich also die veränderte Marke in Bezugauf die erwartete frühere Position befinden müsste, schließt Collett. Sie bewahrenalso eine Erinnerung an das optische Muster in ihrer Umgebung und versuchen mitihrer Körperbewegung das neue Muster, das von ihren Augen geliefert wird, mit dieserErinnerung zur Deckung zu bringen. Dieser Mechanismus müsste auch die normale Bewegungsteuern, bei der eine Landmarke sich nicht bewegt, aber die eigene Bewegung derTiere ihren Winkel zum Ziel verändert, schlussfolgert der Forscher.

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Quelle: n-tv.de