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Wasser, Hopfen, Malz: Wie gesund ist Bier?

von Melanie Hofmann

Bier ist gesund, hilft bei Herzbeschwerden, dient als Schlafmittel, als Abführmittel und hilft bei Übergewicht und Nierenproblemen. Aber gleichzeitig ist Bier ungesund, kann abhängig machen und lässt den wohl bekannten Bierbauch entstehen. Kaum einem Getränk werden so viele Eigenschaften - negative wie positive - zugesprochen wie dem Bier. In den letzten Jahren wurden Bier immer wieder heilende Kräfte nachgewiesen - und wieder dementiert. Doch die Behauptungen halten sich.

Bier enthält mehr als 1.000 Inhaltsstoffe. Darunter finden sich Mineralien und Spurenelemente. Die sind gut für die Nerven und Muskelkraft. Eisen und Kupfer wirken sich positiv auf die Blutbildung aus, und Phosphor unterstützt den Stoffwechsel. Magnesium fördert den Herzmuskel, Zink die Insulinbildung. Außerdem sind viele B-Vitamine im Bier enthalten. Das liest sich wie ein Beipackzettel, doch wie und ob all diese Inhaltsstoffe wirken ist noch nicht vollständig erforscht.

Doch von Anfang an: Bier ist ein alkoholhaltiges Getränk und besteht aus den Grundzutaten Wasser, Hopfen und Malz. Es wird durch die Gärung dieser Zutaten unter Zugaben von Hefe hergestellt. Bier wird schon seit etwa 6.000 Jahren gebraut. Schon die Ägypter ließen halbfertiges Brot mit Wasser gären und bekamen so eine Art Bier. Erst im Mittelalter führten Klosterbrauereien den geregelten Braubetrieb ein. Heute unterscheidet man zwischen obergärigem Gerstensaft wie Kölsch oder Weizenbier und untergärigem wie Pils und Dunkelbier.

Doch wenn wirklich nur vier Zutaten im Bier sind, wie kann es dann Krankheiten heilen? Mäßiger Biergenuss wirkt sich theoretisch begünstigend auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie auf die Blutgerinnung und Blutdruckregulierung und den Cholesterinspiegel aus. So kann regelmäßiger, aber gemäßigter Bierkonsum zu einer Gewichtsabnahme führen - jedoch nur, wenn man nicht mehr als gewöhnlich isst. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Bier macht nämlich entgegen landläufiger Meinungen nicht dick, sondern regt den Appetit an. Und meist wird der mit fettigen Snacks wie Erdnüssen oder Chips gestillt - und die machen bekanntlich wirklich dick.

Bier enthält natürlich auch Kalorien. Im Vergleich zu anderen Alkoholarten fallen diese jedoch überraschend gering aus. Gerade mal 44 Kalorien stecken in 0,1 Liter Bier. Als verträgliche Obergrenze für Alkohol gelten rund 20 Milliliter bzw. knapp 16 Gramm pro Tag. Bei einem Alkoholgehalt von 5 Prozent entspricht dies in etwa einer Menge von gut einem halben Liter Bier. Natürlich variiert dieser Wert ja nach Gewicht. Und natürlich ist grundsätzlich davon abzuraten, täglich Alkohol zu konsumieren.

Doch bei maßvollem Konsum ist Bier tatsächlich gut für die Gesundheit. Einige Inhaltsstoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung. Das haben auch Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck nachgewiesen, wie die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. mitteilt. So kann Bier chronische Krankheiten wie Erkrankungen der Herzgefäße positiv beeinflussen. Die Ernährungswissenschaftlerin Vera Rickmann vergleicht die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe des Bieres mit der von grünem oder schwarzen Tee und Wein.

Dass Bier sich positiv aufs Herz auswirkt, bestätigt auch Prof. Dr. Ulrich Keil von der Universität Münster am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin. Er hat eine Studie veröffentlicht, die das genaue Trinkverhalten der Befragten untersucht. Das Ergebnis: Verglichen mit Personen, die keinen Alkohol trinken, erleiden Biertrinker nur halb so viele Herzinfarkte. Und das unabhängig vom Alter, dem Gewicht und der Tatsache ob sie Sport treiben oder nicht. Ähnlich lauten Ergebnisse einer Studie der Berliner Charit: Demnach fällt der Keratininwert - der Messfaktor für Nierengesundheit - bei Personen mit mäßigem Bierkonsum günstiger aus als bei denen die mehr oder weniger Alkohol trinken.

Und so befand dann auch schon Schwester Doris von der Brauerei der Franziskanerinnen im Bierland Bayern: Bier ist gesund - solange man es nicht säuft.

Quelle: n-tv.de

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