Wissen
Langstreckenschwimmer nehmen sogar während des Wettkampfs Wasser zu sich.
Langstreckenschwimmer nehmen sogar während des Wettkampfs Wasser zu sich.(Foto: picture alliance / dpa)

Trinken, trinken, trinken: Zu viel Wasser ist tödlich

von Jana Zeh

Wassertrinken ist in. Immer wieder rufen Experten dazu auf, genug zu trinken. Wer allerdings zu viel Wasser auf einmal zu sich nimmt, begibt sich in Gefahr. Im schlimmsten Fall sogar in Lebensgefahr.

Wasser ist das wichtigste Lösungs- und Transportmittel für den menschlichen Körper. Aber wie für alles, was wir zu uns nehmen, gilt auch für Wasser: Die Dosis macht das Gift. "Tatsächlich kann man mit zu viel Wasser seinen Körper ertränken", bestätigt Trinken will gelernt sein , Professor für Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln. Dafür benötigt man jedoch im normalen Alltag zwischen 12 und 15 Liter. Anders verhält es sich allerdings bei starker körperlicher Belastung mit starkem Schwitzen. "Es hat beispielsweise beim Marathonlauf vor zwei Jahren einen Todesfall durch Wasservergiftung gegeben", so Froböse.

Was ist eine Wasservergiftung?

Ausdauersportler sollten zusätzlich zum Wasser Mineralien zu sich nehmen.
Ausdauersportler sollten zusätzlich zum Wasser Mineralien zu sich nehmen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Fast alle Wasservergiftungen werden bei Ausdauersportlern festgestellt. Der Grund: Sie schwitzen über einen langen Zeitraum viel und verlieren mit dem Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch eine Menge lebenswichtiger Mineralien. Oftmals führt die Angst vor Dehydrierung dazu, dass Ausdauersportler viel zu viel Wasser zu sich nehmen. Das führt schließlich dazu, dass die noch im Körper vorhandenen Mineralien extrem verdünnt und schließlich mit dem Urin ausgeschieden werden.

Es kommt zu einem Ungleichgewicht im Mineralienhaushalt des Körpers. Durch den starken Verlust der Mineralien, besonders von Natrium, reagiert der Körper mit einem paradox anmutenden Signal: Durst. Geht man diesem Signal nach, beginnt ein Teufelskreis. Der ohnehin schon  geringe Mineraliengehalt in den Zellen wird immer dünner und der Mensch immer durstiger. In den schlimmsten Fällen kann es zu einem Anschwellen des Gehirns und 16,5 Millionen Entschädigung führen. Es ist aber auch möglich, dass durch die fehlenden Mineralien in den Zellen die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln so sehr eingeschränkt wird, dass das Herz nicht mehr richtig funktionieren kann.

Nach reichlich Schweißverlust sinkt also die Literzahl, die man aufnehmen darf. "Also nehmen wir mal an, jemand schwitzt drei Liter aus, dann sind es nur noch etwa acht Liter, die der Betroffene dann maximal trinken dürfte, ohne seine Gesundheit in Gefahr zu bringen", erklärt Froböse weiter. Ausdauersportler wissen aber, wie sie dafür sorgen können, dass ihr Mineralienhaushalt, am besten noch während des Sports, ausgeglichen bleibt.

Mineralwasser hilft nur bedingt

Zu den wichtigsten Mineralien für den Menschen gehören Natrium, Kalium und Magnesium. Der größte Teil der Mineralien wird über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen. Wasser sollte im Ernährungsplan gar nicht die Aufgabe zugewiesen werden, den Körper mit Mineralien zu versorgen. Es ist sogar besser, wenn Wasser so rein wie möglich ist und so wenig wie möglich Inhaltsstoffe aufweist, damit es seine Aufgaben als Transport- und Lösungsmittel optimal erfüllen kann.

Die Mineralwasserindustrie verzeichnet steigende Absätze.
Die Mineralwasserindustrie verzeichnet steigende Absätze.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die meisten Mineralien in Mineralwasser sind für den Menschen biologisch nicht verfügbar. Das kann einerseits an den zu geringen Mengen an Mineralien im Wasser liegen und andererseits an der Form der Mineralien im Wasser. "Das ist auch der Punkt, den ich den Mineralwasserherstellern vorwerfe. Bisher konnte mir keiner beweisen, dass die auf dem Etikett angegebenen Mineralien tatsächlich in einer biologischen Verfügbarkeit vorliegen. Zum Beispiel sind die Natriummoleküle in vielen Wässern viel zu groß, als dass sie vom Körper aufgenommen werden könnten", erläutert Froböse. Die meisten Ausdauersportler nehmen dementsprechend die fehlenden Mineralien nicht über das Wasser, sondern in anderen Formen zu sich.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen