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Der TagAfD Senftenberg wirbt mit Kreuzfahrtschiffen für Abschiebungen

04.06.2024, 11:38 Uhr

Die AfD-Stadtratsfraktion im brandenburgischen Senftenberg nutzt Bilder von Kreuzfahrtschiffen und Urlaub, um mit einem eigens produzierten Kalender für die eigenen politischen Zwecke zu werben. International bekannte Kreuzfahrtschiffe zieren einzelne Monate, die mit fremdenfeindlichen Parolen zu Remigration und Abschiebung ergänzt werden. Mit Slogans wie "Recht auf Heimat. Wir bringen euch zurück" oder "Sichere Fluchtrouten Richtung Heimat. Wir machen es möglich" suggeriert der Kalender, die Kreuzfahrtschiffe wären auch für Abschiebungen zu nutzen oder würden gar dabei behilflich sein. In einem Facebook-Video der AfD-Oberspreewald-Lausitz wird er beworben und für einen "Unkostenbeitrag" von 10 Euro plus Versand angeboten.

Die Idee ist nicht neu. In Baden-Württemberg und in Cottbus gab es in den vergangenen Monaten bereits Berichte über ähnliche AfD-Kalender mit Flugzeugmotiven. Der Unterschied: Der Name und das Logo der jeweiligen Reederei prangen deutlich sichtbar auf mehreren Seiten des Senftenberger Kalenders. Was fehlt, sind Bildquellennachweise und ein klassisches Impressum.

Nach Recherchen des RBB wusste keine der sechs abgebildeten Reedereien von der Verwendung der Bilder und ihrer Logos. Auf Nachfrage des RBB stellen die Unternehmen klar, dass sie diesen Kalender nicht unterstützt hätten, wären sie angefragt worden. Auf der Kalenderseite für August behaupten die nicht näher genannten Autoren des Kalenders, Remigration schaffe bezahlbaren Wohnraum. Die Aussage prangt über dem Bild eines bekannten Kreuzfahrtschiffs der Reederei Carnival Cruise Line. Das Unternehmen reagierte geschockt darauf: "Wir sind schockiert, dass Fotos unserer Schiffe, auf denen Menschen verschiedenster Herkunft und Kultur friedlich zusammen Urlaub machen und arbeiten, für die fremdenfeindlichen Botschaften der AfD missbraucht wurden. Wir möchten uns in aller Deutlichkeit von den Aussagen distanzieren und werden rechtliche Schritte einleiten."

Quelle: ntv.de