Der TagAktivisten: Regime im Iran richtet mehr als 500 Menschen seit Jahresbeginn hin
Täglich, teils stündlich haben wir in diesem Jahr schon auf die Entwicklungen im Iran geblickt. Inzwischen ist die Situation für die unterdrückte Bevölkerung unter dem Regime deutlich seltener im Fokus der Berichterstattung als noch vor Monaten. Aber nur weil man nicht hinsieht, passiert dort nicht trotzdem schlimme Dinge. Wie schlimm, darüber geben Zahlen von Aktivistinnen und Aktivisten nun Aufschluss: Im Iran sind in diesem Jahr nach Angaben der in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) bereits mehr als 500 Menschen hingerichtet worden. Die Todesstrafe sei mindestens 511 Mal vollstreckt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Mindestens 29 Menschen seien im Zusammenhang mit den regierungskritischen Protesten im Januar hingerichtet worden. Unter den Hingerichteten sind nach Angaben der NGO mindestens 16 Frauen und 13 "politische Gefangene", die Unterstützer verbotener Oppositionsgruppen gewesen sein sollen. "Alle Hinrichtungen, unabhängig von den Anklagepunkten, dienen einem klaren innenpolitischen Zweck: Angst zu schüren und neue Proteste zu verhindern", sagte IHR-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam. "Wir sind sehr besorgt, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verschärfen könnte."
Seit Beginn des Iran-Kriegs, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen hatte und der das Regime stürzen sollte, hat die Zahl der Hinrichtungen in dem Land weiter zugenommen. Teheran "tötet in beispiellosem Ausmaß Demonstranten, sogar dann, wenn sie gar nicht demonstrieren", sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag und forderte ein Ende der Hinrichtungen. "Dies ist eine humanitäre Krise von epischem Ausmaß und muss jetzt gestoppt werden", fügte er hinzu. Vor zwei Wochen hatten bereits mehr als 30 Länder den Iran in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, die Hinrichtungen regierungskritischer Demonstranten zu stoppen. Von Postings und Erklärungen wird sich das Regime im Iran - genauso wenig wie mit chaotisch geführten Angriffen wie von Trump - jedenfalls nicht von seinem brutalen Kurs gegen die Bevölkerung abbringen lassen.