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Der TagAltmaier erinnert sich an 2015: "Standen vor sehr, sehr schwieriger Situation"

15.08.2025, 21:11 Uhr

Auch zehn Jahre später wird immer noch viel über den Sommer 2015 gesprochen. Während es mittlerweile viel Kritik gibt, verteidigt der ehemalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier die Flüchtlingspolitik unter Altkanzlerin Angela Merkel. "Zwischen 2015 und 2016 sind fast anderthalb Millionen Menschen zu uns gekommen", sagte der CDU-Politiker der Berliner Tageszeitung taz. "Heute sprechen die allermeisten von ihnen Deutsch und rund 85 Prozent der Männer haben Arbeit."

  • "Dank des enormen Einsatzes der Helferinnen und Helfer vor Ort haben wir deutlich mehr geschafft, als viele Kritiker für möglich gehalten haben", sagte Altmaier, der ab Oktober 2015 auch als Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung fungierte. Im August 2015 waren Tausende Geflüchtete vor allem aus Syrien in Budapest gestrandet. Anfang September 2015 machte sich ein großer Teil von ihnen zu Fuß auf den Weg Richtung Österreich und Deutschland.

  • "Wir standen dann vor einer sehr, sehr schwierigen Situation", sagte Altmaier im Rückblick auf die Nacht, in der die Bundesregierung entscheiden musste, ob sie die Menschen einreisen lässt. Die Entscheidung, die Grenzen nicht zu schließen, hält Altmaier weiter für richtig. "Ich kenne aus der ganzen Debatte seit 2015 keinen einzigen Vorschlag, der uns einen Weg mit weniger Problemen aufgezeigt hätte."

  • "Die Menschen brutal zu Hunderttausenden zurückzutreiben, hätte genauso wenig funktioniert wie alles andere", sagte Altmaier der taz. "Wir mussten in diesem Augenblick eine Abwägung treffen, die wir mit unserem Gewissen vereinbaren konnten. Alle anderen Alternativen wären schlechter gewesen." Altmaier räumte aber ein, dass der heutige Erfolg der AfD auch in der damaligen Situation begründet liege.

Quelle: ntv.de