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Der TagAmpel-Effekt: Deutsche Gerichte fällen knapp 25.000 Urteile weniger

15.12.2025, 12:15 Uhr

Deutsche Gerichte haben im Jahr 2024 rund 632.100 Personen wegen Gesetzesverstößen rechtskräftig verurteilt. Das waren etwa 24.800 oder vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Wie schon in den Jahren zuvor war die Geldstrafe die mit Abstand häufigste Sanktionsart: In rund 506.500 Fällen - etwa 80 Prozent aller Verurteilungen - verhängten die Gerichte eine Geldstrafe nach allgemeinem Strafrecht. Freiheitsstrafen nach allgemeinem Strafrecht oder Strafarrest wurden bei rund 85.700 Personen ausgesprochen (14 Prozent). In weiteren rund 39.900 Fällen (6 Prozent) kam das Jugendstrafrecht zur Anwendung.

Ein besonders großes Minus gab es bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dort wurden 21.200 Urteile weniger gefällt als im Jahr zuvor – ein Rückgang um 37 Prozent. Zwar wurde in dem Bereich in den Vorjahren bereits ein Rückgang verzeichnet, allerdings brachte erst die Teillegalisierung von Cannabis diesen deutlichen Effekt. Ein Argument der Befürworter war unter anderem, dass Gerichte dann nicht mehr mit so vielen einfachen Betäubungsmittel-Delikten befasst wären.

Quelle: ntv.de