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Der Tag Anschlag auf Nawalny: Gabriel nimmt Putin in Schutz

Ex-Außenminister Sigmar Gabriel sieht derzeit keine Grundlage für die Verhängung von Sanktionen gegen Russland wegen der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny.

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Ex-Außenminister Gabriel glaubt nicht, dass Kremlchef Putin hinter dem Giftanschlag auf Nawalny steht.

(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

  • Zunächst müsse Deutschland versuchen, den Fall mit Russland gemeinsam aufzuklären, und in der EU die nächsten Schritte beraten, sagte er dem Portal "The Pioneer". Auch sollten russische Ärzte Einblick in die deutschen Untersuchungsergebnisse bekommen. "Wenn das alles scheitert, können wir immer noch über Sanktionen entscheiden."
  • Gabriel zog zugleich eine mögliche Beauftragung des Giftanschlags durch die russische Staatsführung um Präsident Wladimir Putin in Zweifel. "Die Frage, warum Wladimir Putin erst den Mordanschlag auf Herrn Nawalny geduldet oder sogar angeordnet haben soll, um ihn dann zur Behandlung nach Deutschland ausreisen zu lassen, ist ja nicht unberechtigt."
  • Es sei nicht ausgeschlossen, dass Nawalny "Opfer dieser kruden russischen Mischung aus organisierter Kriminalität, korrupten Politikern mit Verbindungen in den Geheimdienst geworden ist", fügte Gabriel hinzu. "Dass einige hier schon wieder zu wissen glauben, dass der russische Präsident selbst dahinter steckt, bevor der Fall ernsthaft untersucht wurde, ist schon bemerkenswert."

Quelle: ntv.de