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Der TagBlutbad im Pausenraum, Motiv: Wut und Neid

03.12.2025, 09:32 Uhr

Ganz in Schwarz gekleidet, mit Sturmhaube und Kapuze, dringt ein Mann in den Pausenraum der kleinen Firma in Bad Friedrichshall ein. Es ist 17.43 Uhr. Er kennt sich aus, er weiß, wer im Raum sitzt. Blitzschnell zieht der Mann seine halbautomatische Pistole und drückt ab. 23 Mal in 75 Sekunden. Zwei seiner Kollegen sterben durch Kopfschüsse im Kugelhagel, ein dritter Mann wird bei der Bluttat in der Nähe von Heilbronn schwer verwundet, ein vierter kann entkommen.

Für den zweifachen Mord und den mehrfachen versuchten Mord hat das Landgericht den Schützen nun zur Höchststrafe verurteilt: Gegen den 53-Jährigen verhängte es lebenslange Haft, außerdem stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest. Das bedeutet: Eine Freilassung nach 15 Jahren wäre rechtlich zwar möglich, in der Praxis ist sie aber so gut wie ausgeschlossen.

In ihrer Urteilsbegründung ließ die Kammer keinen Zweifel: Der in Kirgisistan geborene Deutsche habe Anfang Januar maskiert zur Spätschicht die Werkhallen der Firma betreten und das Feuer auf seine Kollegen eröffnet. Seine Opfer, zwei Brüder, hatte der Schütze genau ausgewählt. Was ihn dazu trieb, darüber muss das Gericht zwar mutmaßen, weil er während der vier Monate auf der Anklagebank schwieg. Aber die Kammer ist überzeugt: Bei dem Mann hatten sich über Monate "Wut und Neid aufgestaut", wie es der Vorsitzende Richter formuliert. Er leide an einem ausgeprägten Geltungsdrang, sei nur eingeschränkt kritikfähig und habe schließlich entschieden, seine Kollegen zu töten, so der Richter.

Quelle: ntv.de