Der TagBundeswehr hat 59 Ortskräfte in Mali - aber keinen Plan für Evakuierung
Das Szenario erinnert stark an Afghanistan: Ortskräfte sollen ausländischen Soldaten helfen, doch was, wenn es nicht mehr sicher ist. Die Evakuierung der Ortskräfte aus Kabul war aufgrund mangelnder Vorbereitung und der überraschenden Machtübernahme der Taliban im Spätsommer letzten Jahres teilweise chaotisch verlaufen und ist bis heute noch nicht abgeschlossen.
Im westafrikanischen Mali beschäftigt die Bundeswehr derzeit 59 lokale Ortskräfte. Deren Evakuierung ist bisher allerdings ähnlich wie zuvor im Fall Afghanistan nicht geregelt. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Wir haben 59 Beschäftigte in Mali. Seit Einsatzbeginn waren es 70, elf Arbeitsverträge sind regulär ausgelaufen", sagte er dem RND und fügte mit Blick auf eine etwaige Evakuierung der Ortskräfte im Falle eines Abzugs hinzu: "Das setzt eine politische Entscheidung voraus. Und die liegt noch nicht vor." Politisch wären nach Angaben des Sprechers des Einsatzführungskommandos das Verteidigungsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium zuständig für die Rettung im Notfall.