Fünf Jahre "Wir schaffen das" Christian Springer: "Zu viele wollten es nicht schaffen"

Ja. "Man" hat es geschafft. "Wir" nicht. Merkel ging davon aus, dass es ein "Wir" gibt, das war ihr Fehler. Viel zu viele wollten es nicht, und wollen es bis heute nicht, dass wir es schaffen. Aber all die ausländerfeindlichen Schwadronierer haben nicht recht behalten: Der "fußballspielende Senegalese" arbeitet heute vor dem Training und zahlt Steuern, der beste Abiturient ist ein Syrer und das Reisebüro für den Asyltourismus hat bis heute nicht eröffnet.
Leider kommt noch immer das größte Geschrei aus Bezirken, in denen es überhaupt keine Asylsuchenden gibt. Ist alles nun Friede, Freude, Eierkuchen? Nein. Aber wer hat denn seit 2015 das meiste "schöne, deutsche Geld" vergeigt? Die Deutsche Bank und Wirecard. Und wer versorgt uns mit Gammelfleisch? Afghanen oder deutsche Fleischriesen? Gemeinsam heißt das Zauberwort. Und Humanität. Wer zuschaut, wie Menschen im Mittelmeer ersaufen, sollte nicht auch noch eine Partei haben, die seine Interessen im Bundestag vertritt. Es ist widerlich. Aber das müssen wir aushalten, so ist Demokratie. Wie schön, dass wir sie haben.
Christan Springer ist Kabarettist und Gründer des Vereins Orienthelfer, der sich um Flüchtlinge im Nahen Osten kümmert.