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Der TagDas sagt die Londoner "Times" zu Dylan

14.10.2016, 08:17 Uhr

Bob Dylan hat den Literaturnobelpreis bekommen - das war eine Entscheidung, die auch ein bisschen provokant war. Ein Kommentator der Londoner "Times" hat dazu kluge Worte gefunden, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

"Nur wenige Poeten hätten jemals rings um die Welt Konzerthallen füllen können - und zwar beständig über ein halbes Jahrhundert hinweg. Kaum ein Poet hätte 100 Millionen Platten verkaufen und Millionen von Dollars verdienen können. Und nur wenige Poeten könnten derart viele Songs schreiben, die so einfach mitzupfeifen sind. In einer Parallelwelt hätte es vielleicht einen Bob Dylan geben können, der nie eine Gitarre anfasste. Der die selben Worte geschrieben und in schmalen Anthologien veröffentlicht hätte, die lediglich von einigen wenigen begeisterten Liebhabern von Gedichten gekauft worden wären. (...) Hätte dieser Poet den Literaturnobelpreis gewonnen, der gestern dem echten Bob Dylan zuerkannt wurde? 'The answer, my friend, is blowing in the wind.' Wenn der andere Poet ihn allein für seine Texte bekommen hätte, dann hätte niemand den Preis als populistisch, unbedarft oder unverdient angesehen."

Sehr lesenswert ist aber auch der Text von n-tv.de Autor Markus Lippold: Warum eigentlich Bob Dylan?

Quelle: ntv.de