Der Tag

Der TagDas war Freitag, der 6. März 2026

06.03.2026, 22:21 Uhr

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

was ist das Ziel der USA und Israel mit dem Angriff auf das Regime im Iran? Das fragt sich die ganze Welt. Klar, niemand hat wohl weder im Iran noch woanders auf der Welt ernsthaft erwartet, dass US-Präsident Donald Trump und der israelische Staatschef Benjamin Netanjahu plötzlich zu Philanthropen mutiert sein könnten und den Menschen im Iran Freiheit und Demokratie bringen wollen. Doch an sich erschien ein Ende dieses Terror-Regimes erst einmal als die beste Aussicht seit fast fünf Jahrzehnten Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit. Auch wenn es sicherlich ein perfider Plan hinter dem Angriff wäre wie der Raub von Rohstoffen oder andere geopolitische Interessen, so war man sich in den ersten Tagen sicher, dass es einen Plan gibt. Doch das Bild wird mehr und mehr diffus bis chaotisch. Der ehemalige Spitzendiplomat Wolfgang Ischinger bringt es auf den Punkt: "Washington hat die Begründung für den Einsatz gewechselt, so wie manche das Hemd wechseln." War zu Beginn noch von einem Regime-Wechsel die Rede, verschwand dieser Begriff dann zunehmend. Heute poltert US-Präsident Donald Trump etwas von "bedingungsloser Kapitulation" des Regimes. Rund 90 Millionen Iranerinnen und Iraner können kaum etwas anderes tun als in ihren Wohnungen auszuharren und zu hoffen, dass sie keine Bombe auf den Kopf bekommen. Und in den Nachbarländern geht es den Menschen nicht viel besser. Trump und Netanjahu haben die Region erfolgreich in ihren überdimensionierten Pokertisch verwandelt. Bleibt wohl nur zu hoffen, dass sie sich nicht komplett verzocken - eine andere Rolle als die des ahnungslosen Zuschauers scheinen wir Europäerinnen und Europäer dabei wohl auch nicht zu haben. Wir haben auf jeden Fall ein Auge darauf - alle weiteren Entwicklungen gibt es in unserem Iran-Ticker.

Eine weitere Aussage, die auch heute noch hohe Wellen schlägt, stammt vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: "Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden." Diese Worte waren wohl an den ungarischen Staatschef Viktor Orban gerichtet und markieren einen diplomatischen Tiefpunkt im Streit um die angeblich beschädigte Druschba-Pipeline und nun auch noch zwei gepanzerte und millionenschwere Geldtransporter aus Österreich. Diese hindert Ungarn wohl nicht zufällig an der Weiterfahrt nach Kiew. Entweder war Selenskyjs Äußerung ein nicht gelungener Witz oder eine bemerkenswerte verbale Entgleisung des sonst so rhetorisch versierten ukrainischen Staatschefs. Über die Entwicklungen halten wir Sie im Ukraine-Ticker auf dem Laufenden.

Die beiden Kriege haben auch heute das Nachrichtengeschehen bestimmt, auch wenn wir eigentlich auch bei anderen Themen gerade genau hinschauen sollten wie bei den Epstein-Files und den Missbrauchsvorwürfe gegen Trump. Auch von der Wahl in Baden-Württemberg bekommen wir gar nicht so viel mit, auch wenn CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel ungewollt mit Schulbesuchen für Schlagzeilen sorgt und die Grünen es laut Umfragen nochmal spannend werden lassen. Diese Leseempfehlungen hätte ich für Sie:

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Damit wünsche ich Ihnen eine gute Nacht.

Quelle: ntv.de