Der TagDie Schufa landet wohl bald vor Gericht
Der Streit um die massenhafte Speicherung alter Verbraucherdaten bei der Auskunftei Schufa dürfte vor Gericht gehen: Die Schufa erklärte, sie weise die Vorwürfe der europäischen Datenschutzorganisation Noyb entschieden zurück und weigere sich, bis zum 9. September geforderte Unterlassungserklärungen abzugeben. Noyb teilte daraufhin in Wien mit, eine Unterlassungsklage sei nun "sicher".
Die Auskunftei speichert langfristig Daten, von denen Verbraucher bisher annehmen konnten, dass sie längst gelöscht wurden, und verwertet sie. Dazu zählen mutmaßlich alte Kredite, Pfändungen, Privatinsolvenzen und Schulden, die die Betroffenen oft schon vor Jahren beglichen haben. Die Schufa berechnet aus diesen Daten unter anderem, wie gut neu entwickelte Scores funktionieren.
Noyb hatte diese "Schattendatenbank der Schufa" einen "Musterfall für eine rechtswidrige Datenverarbeitung" genannt und die Auskunftei abgemahnt. Die Schufa erklärte, sie speichere historische Daten "gerade deshalb, um gesetzliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen". Sie habe keine geheime Schattendatenbank und speichere Daten "gemäß den gesetzlichen Vorgaben und der mit den Datenschutzbehörden vereinbarten Speicherfristen".