Der TagDoktorandinnen eingesperrt und geschlagen - Strafe für Professor verschärft

Ein für mich unglaublicher Fall von Sadismus, Perversion und Gewalt gegenüber Frauen ist heute vor dem Göttinger Landgericht mit einer Verurteilung zu Ende gegangen. Das Urteil - anderthalb Jahre auf Bewährung - dürfte für die Opfer jedoch kaum zufriedenstellend sein angesichts der Demütigungen und Misshandlungen, die der Göttinger Uni-Professor ihnen angetan hat: Der 60-Jährige hatte unter anderem zwei Doktorandinnen und eine andere Mitarbeiterin in seinem Büro misshandelt. Er hatte sie mit einem Bambusstock oder der flachen Hand auf den Po oder die Brüste geschlagen. Als eine Doktorandin sich weigerte, Hose und Unterhose dafür auszuziehen, um die Schläge über sich ergehen zu lassen, hat er ihr damit gedroht, die Betreuung ihrer Doktorarbeit zu beenden. "Es war eine Demütigung ersten Ranges", sagte der Richter. Das Gericht verurteilte den Wissenschaftler wegen Körperverletzung im Amt, Nötigung und Freiheitsberaubung. Der 60-Jährige war bereits im März 2022 zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, doch der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil teilweise auf. Jetzt wurden zwei weitere Taten aus dem Sommer 2015 auch als Nötigung bewertet. Ein nur ganz schwacher Trost für die Frauen: Sollte das Urteil nun rechtskräftig werden, würde der Professor automatisch seinen Beamtenstatus verlieren.