Der Tag

Der TagDreieinhalb Jahre Haft: Mutter hat schwer kranken Sohn jahrelang misshandelt

09.12.2025, 20:54 Uhr

Eine Frau ist in Portugal wegen der Misshandlung ihres schwer kranken Sohnes zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Die 46-Jährige soll den pflegebedürftigen jungen Mann laut Urteil mindestens über drei Jahre hinweg schwer misshandelt und unter anderem mit einer Hundeleine an der Kloschüssel festgebunden haben, um "nicht gestört" zu werden, wie Medien unter Berufung auf die Justiz berichteten.

Die Taten ereigneten sich in einem Haus der Gemeinde Montijo südöstlich von Lissabon. Die Zeitung "Correio da Manha" sprach von einem "Horrorhaus". Die Mutter habe laut Urteil ihren Sohn gezwungen, seine Notdurft im Bett oder auf dem Badezimmerboden zu verrichten und aus dem Waschbecken zu essen.

Der Fall war 2021 aufgeflogen. Als die Polizei damals das Haus betrat, lag der junge Mann den Berichten zufolge nackt und abgemagert auf einer Matratze am Boden. Die Decken waren mit Exkrementen verschmutzt, im Bad fanden die Beamten verschimmelte Essensreste im Waschbecken. Am Knöchel und am Handgelenk trug der Mann Spuren der Fesselungen, mit denen die Mutter ihn immer wieder an der Toilette fixiert hatte. Selbst erfahrene Beamten waren entsetzt. Das Opfer sei die meiste Zeit in einem stockdunklen Zimmer mit eigenem Bad eingesperrt worden. "Wenn ich ihn nicht festbinde, wie soll ich dann mein Leben führen?", soll die Frau die Beamten gefragt haben. Der junge Mann sei mindestens zwischen 2018 und 2021, bis zu seinem 21. Lebensjahr, systematisch gequält worden. Das Opfer sei im vergangenen Jahr in einer Sozialeinrichtung verstorben.

Quelle: ntv.de