Der TagEntscheidung über neue Maßnahmen in Lampedusa
Das italienische Kabinett will heute mittag in Rom angesichts der Migrationskrise auf der Mittelmeerinsel Lampedusa neue Maßnahmen auf den Weg bringen. Die kleine Insel zwischen Sizilien und Nordafrika ist seit Tagen mit der Ankunft Tausender Bootsmigranten konfrontiert. Das Erstaufnahmelager der Insel ist völlig überlastet. Bei der Kabinettssitzung stehen neben dem Thema Migration auch weitere Punkte auf dem Programm .
Nach dem Besuch von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und deren Zusage europäischer Unterstützung will die rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun auch auf italienischer Ebene Maßnahmen ergreifen. Sie kündigte bereits zuvor an, das Höchstmaß der Haftdauer bei Abschiebungen auf 18 Monate anzuheben. Laut EU-Recht ist dies das zulässige Maximum. Außerdem solle das Verteidigungsministerium den Auftrag erhalten, so schnell wie möglich passende Strukturen zu schaffen, um irregulär eingereiste Migranten festzuhalten, hieß es.
Auf der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Nordafrika waren in der vergangenen Woche Tausende Migranten angekommen. Allein am Dienstag zählten die Behörden rund 5000 Menschen, die auf Booten den Hafen der Insel erreichten - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Mittlerweile wurden sehr viele Menschen von Lampedusa nach Sizilien oder in Unterkünfte auf dem Festland gebracht.