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Der TagFoltervideos aus russischen Haftanstalten - mehrere Wärter entlassen

06.10.2021, 17:31 Uhr

Russische Gefängnisse werden immer wieder als "Hölle auf Erden" bezeichnet. In den vergangenen Tagen haben russische Menschenrechtler grausame Vorgänge in einem Gefängniskrankenhaus in der Stadt Saratow öffentlich gemacht und mit der Veröffentlichung von Foltervideos Ermittlungen und Entlassungen erzwungen. Auf den Aufnahmen, die aus der Einrichtung rund 900 Kilometer südlich von Moskau stammen, sind schwerste Misshandlungen von Männern zu sehen. Der Chef des russischen Strafvollzugs, Alexander Kalaschnikow, entließ den Leiter des Gefängniskrankenhauses und weitere Bedienstete wegen Folterung von Gefangenen, wie die Behörde mitteilte. Zudem wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet.

Mit ein paar Entlassungen und Ermittlungen ist es sicherlich alles andere als getan: Der Gründer der Organisation Gulagu.net, Wladimir Ossetschkin, sagte, dass es mehr als 1000 Videodateien aus dem Strafvollzugssystem gebe, die den "systematischen Charakter von Folter" bestätigen würden. Aufnahmen gebe es etwa auch aus Straflagern und Gefängnissen aus der sibirischen Region Irkutsk und aus Wladimir in der Nähe von Moskau. Ossetschkin äußerte die Vermutung, dass die Videos im Auftrag des Inlandsgeheimdienstes FSB und des Strafvollzugs angefertigt wurden, um etwa Gefangene erpressbar zu machen. Teils gebe es auch Feinde der Inhaftierten, die gegen viel Geld die Folter bestellten und sich dafür Videobeweise liefern ließen, hieß es.

Quelle: ntv.de