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Der TagFrauen betäubt und vergewaltigt? Berliner angeklagt

14.07.2026, 11:47 Uhr

Ich weiß nicht, ob es nur in meinem Feed und dem meiner Freundinnen bei Instagram so ist oder ob Männer einfach diese Inhalte vom Algorithmus nicht angezeigt bekommen: Ich und viele andere Frauen lesen täglich davon, dass Frauen vergewaltigt, ermordet oder schwer verletzt worden sind - von Männern. Spätestens seit dem Fall Gisele Pelicot aus Frankreich, die von ihrem damaligen Mann betäubt und vergewaltigt sowie fremden Männern bewusstlos zur Vergewaltigung angeboten worden ist, dürfte in der breiten Öffentlichkeit diese jüngere Form der sexuellen und patriarchalen Gewalt bekannt sein. Im vergangenen Jahr deckten zwei NDR-Journalistinnen mit einer beachtlichen Recherche ein Vergewaltiger-Netzwerk auf - weitere Ermittlungen waren die Folge. Wer es dann immer noch nicht mitbekommen hat, dass vor allem Kinder und Frauen eigentlich in ständiger Gefahr leben, hat es vielleicht verstanden, als Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes ihr Schweigen gebrochen und ihren Noch-Ehemann öffentlich der "digitalen Vergewaltigung" beschuldigt hat (Medienrechtlicher Hinweis: Es gilt die Unschuldsvermutung für Christian Ulmen). Erschreckend regelmäßig und beinahe täglich gibt es Meldungen über Männer, die Frauen heimlich unter den Rock filmen, betäubt und vergewaltigt haben, wehrlose Frauen bewusstlos anderen Männern angeboten oder anderen Männern in Chats erklärt haben, wie sie ihre Frauen missbrauchen können - von Kiel bis nach München, in ganz Europa, auf der ganzen Welt.

Heute ist der Ort eben einfach ein anderer: In Berlin klagt die Staatsanwaltschaft einen 68 Jahre alten Mann an. Der Vorwurf: Er soll Dutzende bewusstlose Frauen vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat in 22 Fällen, die 14 Frauen betreffen, Anklage erhoben, wie ein Sprecher mitteilt. Sie wirft dem Berliner unter anderem Vergewaltigung im besonders schweren Fall und gefährliche Körperverletzung vor. Der Deutsche ist seit Anfang März in Untersuchungshaft. Mit einem Mix aus Alkohol und Schlafmittel soll er die Frauen gefügig gemacht und dann vergewaltigt haben. Kennengelernt habe er seine Opfer über Dating-Plattformen. Seine Taten soll er gefilmt haben. Die Frauen erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen, was ihnen widerfahren ist. Er äußert sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es insgesamt 58 Betroffene gibt. Zehn mutmaßliche Opfer wurden bislang nicht identifiziert, wie der Behördensprecher sagte. Es läuft einem als Frau, wenn man solche Meldungen liest, ein schrecklicher Schauer den Rücken hinunter. Ich, meine Freundin oder Schwester, Ihre Tochter oder Nichte könnte eine von diesen zehn Frauen sein ... oder ganz leicht das Opfer eines anderen Täters werden. Das sind keine Einzelfälle ...

Quelle: ntv.de