Der TagFreundin erfror am Großglockner - Mann tut es "unendlich leid"
An einem Wintermorgen im Januar 2025 bricht ein Paar zum Gipfel des Großglockners in Österreich auf. Die beiden sind erfahrene Bergsteiger, insbesondere der heute 37-jährige Mann, der den höchsten Berg des Alpenlandes bereits bestiegen hat. Doch es kommt zur Tragödie. Seine 33-jährige Freundin schafft es nach stundenlanger Tour völlig entkräftet nicht zum Gipfel. Der Mann lässt sie mitten in der Nacht bei Minusgraden zurück, klettert weiter zu einer Berghütte und alarmiert die Bergrettung. Zu spät. Als die Einsatzkräfte Stunden später zu der Frau vordringen, ist sie erfroren.
Heute hat vor dem Landesgericht Innsbruck der Prozess gegen den 37-Jährigen begonnen. Er ist wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Er habe seine Partnerin in der Nacht "schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert" knapp unterhalb des 3798 Meter hohen Gipfels zurückgelassen, warf ihm der Staatsanwalt vor. Aus Sicht des Anklägers agierte der Alpinist faktisch als Bergführer seiner weniger erfahrenen Freundin und beging dabei eine Reihe schwerer Fehler. Der Staatsanwalt sprach von mangelhafter Planung und Ausrüstung, von einer versäumten Umkehr trotz eisigen Windes, und von einer viel zu späten Alarmierung der Rettungskräfte in der Nacht. Der Angeklagte selbst wandte sich zu Beginn des Prozesses mit einem emotionalen Statement an den Richter. Er wolle sagen, "dass es mir unendlich leid tut, was passiert ist, und wie es passiert ist". Er bekannte sich aber nicht schuldig. "Wir haben die Tour immer gemeinsam geplant und die Entscheidungen gemeinsam getroffen", sagte der Angeklagte - entgegen seinen früheren Aussagen, in denen er sich als der Verantwortliche der Bergtour beschrieben hatte.