Panorama

Tod unterhalb des GipfelsFreundin am Großglockner zurückgelassen: Prozess beginnt

19.02.2026, 06:03 Uhr
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"Schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert" soll der Angeklagte seine Freundin zurückgelassen haben. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Vor einem Jahr macht sich ein Pärchen auf den Weg zum Gipfel von Österreichs höchstem Berg. Die Frau wird nie wieder zurückkehren. Die Ermittler werfen dem Mann zahlreiche Fehler vor. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.

Der Tod einer 33-jährigen Frau auf dem Großglockner in Österreich wird heute vor Gericht verhandelt. Im Januar 2025 war sie mit ihrem Freund auf den höchsten Berg des Alpenlandes gestiegen und knapp unter dem Gipfel erfroren. Der heute 37-jährige Mann muss sich vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann grob fahrlässige Tötung vor. Demnach soll der Alpinist eine Reihe von schweren Fehlern begangen haben. In der Anklage ist etwa davon die Rede, dass er die mangelnde Erfahrung seiner Freundin nicht berücksichtigt habe und nicht ausreichend ausgerüstet gewesen sei. Auch habe der Angeklagte erst nach Mitternacht die Alpinpolizei kontaktiert. Schließlich habe er seine Freundin "schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert" zurückgelassen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Der Prozess soll in einem Tag über die Bühne gehen. Allerdings sind 15 Zeugen geladen. Dem Mann drohen bis zu drei Jahre Haft. Sein Anwalt bestreitet die Vorwürfe. Das Paar habe die Tour gemeinsam geplant und sich ausreichend vorbereitet gefühlt, wurde der Jurist von der "Kleinen Zeitung" zitiert. Der Mann sei schließlich allein abgestiegen, um Hilfe zu holen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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