Der TagFritz: "Leute suchen mit bloßen Händen selbst nach Angehörigen"
Nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die Lage im Land katastrophal. Gordian Fritz berichtet aus dem benachbarten Kolumbien, denn wie andere Journalisten und Rettungskräfte hat er Schwierigkeiten, ins Land zu gelangen. Doch es mangelt nicht nur an Rettungskräften - "es fehlt an allem".
Auf einer für die Suche von Vermissten eingerichteten Internetseite sind nach den tödlichen Erdbeben indes Zehntausende Meldungen eingegangen. Die Zahl der derzeit als vermisst gemeldeten beläuft sich auf mehr als 50.000 Menschen, die Daten lassen sich jedoch nicht verifizieren. Auf der inoffiziellen Plattform können Angehörige und Bekannte Fotos der vermissten Personen mit Informationen hochladen.
Seit den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwochabend (Ortszeit) wurden demnach rund 61.000 Menschen anfänglich als vermisst gemeldet. Mehr als 9.200 davon wurden inzwischen gefunden, etwa in Krankenhäusern. Da die Seite von den Betroffenen selbst aktualisiert wird, ist unklar, ob die Zahl der bereits kontaktierten Menschen und der Vermissten auf dem neuesten Stand ist. Die Zahl der Toten ist laut Angaben der Regierung in Caracas auf 589 gestiegen. Zudem seien 2.980 Menschen verletzt worden, sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez im Fernsehsender VTV.