Der TagGabriel greift USA ungewöhnlich scharf an

Eines vorweg: Diesmal geht es nicht um Donald Trump - eine andere, von der breiten Mehrheit beider US-Parteien getragene Angelegenheit verstimmt den deutschen Außenminister. Gabriel kritisiert die USA ungewohnt scharf für ihre Pläne, die Sanktionen gegen Russland weiter auszuweiten. Dafür hatten sich gestern 97 von 100 US-Senatoren ausgesprochen - mehr überparteilicher Konsens geht kaum. Damit sei ein Projekt auf den Weg gebracht worden, das eigentlich nur eigenen wirtschaftlichen Interessen diene, so Gabriel. Es ginge weniger um die Lösung der Ukraine-Krise als vielmehr den Verkauf amerikanischen Flüssiggases und die Verdrängung russischer Erdgaslieferungen vom europäischen Markt. "Europäischen Unternehmen "auf dem US-Markt mit Bestrafungen zu drohen, wenn sie sich an Erdgasprojekten wie Nord Stream II mit Russland beteiligen oder sie finanzieren, bringt eine völlig neue und sehr negative Qualität in die europäisch-amerikanischen Beziehungen", sagte Gabriel gemeinsam mit dem österreichischen Kanzler Christian Kern in Berlin. Den Verwaltungsrat von Nordstream 2 leitet übrigens Altkanzler Gerhard Schröder - insbesondere dürfte der Alarm auch deswegen piepen, weil die Pipeline Erdgas nach Deutschland liefert.
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