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Der Tag"Haltlos und absurd" - Israel weist Völkermord-Vorwurf zurück

12.01.2024, 12:26 Uhr
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Richter und Vertreter beider Länder sitzen im Verhandlungssaal in Den Haag. (Foto: Patrick Post/AP/dpa)

Südafrika erhebt momentan schwere Vorwürfe gegen Israel: Das Land versuche, die palästinensische Bevölkerung im Gazakrieg auszulöschen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag treffen Kläger und Beklagter in diesen Tagen aufeinander und israelische Vertreter haben den Vorwurf des Völkermords heute entschieden zurückgewiesen. Die von Südafrika erhobenen Vorhaltungen seien haltlos und absurd, sagte der Rechtsberater des israelischen Außenministeriums, Tal Becker. Die Opfer des Gazakrieges und das Leiden der Zivilbevölkerung gingen allein auf das Konto der Terrororganisation Hamas. "Israel ist im Krieg mit Hamas, aber nicht mit dem palästinensischen Volk." Becker rechtfertigte die Angriffe im Gazastreifen mit dem Recht Israels auf Selbstverteidigung nach dem Angriff der Hamas und anderer Extremisten am 7. Oktober vergangenen Jahres. Becker schilderte die Massaker, bei denen rund 1200 Menschen getötet und etwa 250 aus Israel entführt worden waren, von denen bislang etwa die Hälfte wieder freigelassen wurde. "Israel will kein Volk zerstören, sondern ein Volk schützen, sein eigenes", sagte der Rechtsberater.

Südafrika will mit einem Eilantrag erreichen, dass die Richter in Den Haag ein Ende des Militäreinsatzes anordnen. Es beruft sich bei der Klage auf die Völkermord-Konvention, die auch Israel unterzeichnet hat. Israel wies diese Forderung zurück. Damit würde dem Land das Recht auf Selbstverteidigung genommen. Obwohl es ein Eilantrag ist, wird mit einer Entscheidung erst in mehreren Wochen gerechnet.

Quelle: ntv.de