Der TagHausärzteverband kämpft für die telefonische Krankschreibung
Am Wochenende macht Bundeskanzler Friedrich Merz mit einer Kritik des angeblich zu hohen Krankenstands in Deutschland von sich reden. Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf drei Wochen Krankschreibung. Als Ursache hierfür sieht Merz auch die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Am Montag kündigte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken an, eine Überprüfung der telefonischen Krankschreibung vorzunehmen.
In die Debatte schalten sich nun die Hausärzte ein, die die Bundesregierung vor einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung entschieden warnen. "Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen", mahnte der Mediziner. Beier sprach von einem bewährten Instrument zum Bürokratieabbau. Die telefonische Krankschreibung "entlastet unsere Praxen und schützt unsere Patientinnen und Patienten vor Ansteckungen im Wartezimmer", sagte er und versicherte: "Sie ist kein regelfreier Raum, wie gerne behauptet wird."