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Der TagJapanischer Bauarbeiter stirbt nach 200 Überstunden

11.10.2017, 16:01 Uhr
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Die Großbaustelle für das Tokioter Olympiastadion für 2020. (Foto: REUTERS)

Erst vor einigen Tagen meldeten wir, dass in Japan eine Frau nach 159 Überstunden an Herzversagen starb. Das Thema ist in Japan umstritten, denn Arbeitseifer gilt als Tugend. Doch es tut sich was: Ein weiterer Fall von Tod durch Überarbeitung ist jetzt von den japanischen Behörden anerkannt worden.

  • Ein 23 Jahre alter Bauarbeiter nahm sich vermutlich im März das Leben. Er hinterließ da eine Nachricht, in der stand, er habe seine physischen und mentalen Grenzen erreicht.

  • Zuvor hatte der junge Mann bis zu 200 Überstunden pro Monat auf der Baustelle geleistet. (Das wären im Schnitt 50 pro Woche und damit schon mehr, als eine reguläre Vollzeitwoche in Deutschland insgesamt hat!)

  • Brisant für Japan an dem Fall: Der Mann arbeitete auf der Baustelle für das Olympiastadion in Tokio für die Sommerspiele 2020.

  • Die Eltern des Mannes erreichten jetzt einen Etappensieg: Sie haben auf Schadenersatz geklagt und von der Regierung verlangt, als Todesursache "Tod durch Überarbeitung" anzuerkennen.

Die japanische Regierung hat übrigens einen Plan aufgestellt, um der Unsitte der zigfachen Überstunden im Land Einhalt zu gebieten: Künftig sollen nur noch 100 Überstunden im Monat erlaubt sein.

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