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Der TagJohnson: EU droht in Brexit-Streit mit "Lebensmittelblockade"

12.09.2020, 14:32 Uhr
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"Lasst uns die EU dazu bringen, ihre Drohungen vom Tisch zu nehmen. Lasst uns dieses Gesetz durchbringen, unsere Verhandler unterstützen und unser Land schützen." Nach dem überraschenden Einwurf seiner Regierung, einseitig den im Januar verabschiedeten Brexit-Vertrag ändern zu wollen, besinnt sich Großbritanniens Premier Boris Johnson auf seine frühere Arbeit und schwört seine Landsleute via Gastbeitrag im "Telegraph" ein. Der ehemalige Journalist wirft der EU vor, sein Land in den Verhandlungen über die gegenseitigen Beziehungen nach dem Brexit durch eine "Lebensmittelblockade" unter Druck setzen zu wollen. Mit diesem Druckmittel wolle die EU ihre "extreme Interpretation" der Vereinbarungen zu Nordirland durchsetzen.

Die EU drohe nach seinen Worten damit, dass sie nicht nur Zölle auf Güter erhebe, die von der Insel nach Nordirland gebracht würden, sondern dass sie sogar Lebensmitteltransporte von Großbritannien nach Nordirland stoppen könnte. Er habe nicht erwartet, "dass die EU willens sein könnte, einen in gutem Glauben ausgehandelten Vertrag zu benutzen, um einen Teil des Vereinigten Königreichs zu blockieren, um ihn abzuschneiden". Ein solches Vorgehen bedeute tatsächlich, "damit zu drohen, die wirtschaftliche und territoriale Integrität des Vereinigten Königreichs zu zerstören", hält Johnson der Europäischen Union vor.

Quelle: ntv.de