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Der TagKeltenschatz-Diebstahl: DNA-Spur führte Ermittler zu Verdächtigen

20.07.2023, 11:46 Uhr
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Wird wohl nur noch auf dem Foto zu bewundern sein: Ein Großteil des Keltenschatzes wurde offenbar eingeschmolzen. (Foto: AP)

Tatwerkzeuge am Tatort zurücklassen, die man berührt hat, ist in Zeiten von DNA-Analysen eine ganz schlechte Idee. Diese Nachlässigkeit wurde wohl auch den mutmaßlichen Dieben des Manchinger Goldschatzes zum Verhängnis: Wie das bayerische Landeskriminalamt bei einer Pressekonferenz heute in München bekannt gegeben hat, hätten DNA-Spuren an Brecheisen, einer Funkantenne und weiteren Gegenständen zu den mutmaßlichen Tätern geführt. Die Werkzeuge wurden in einem Weiher in der Nähe des Kelten-Römer-Museums gefunden. Alles nur ein großer Zufall? Sieht nicht danach aus: Die gleichen DNA-Spuren wurden auch bei ähnlichen Diebstählen in Deutschland und Österreich sichergestellt und haben die Ermittler so letztlich zu einem der Verdächtigen in Schwerin geführt. Über ihn seien dann auch die drei weiteren Männer in den Fokus der Ermittler geraten, die am Dienstag im Großraum Schwerin und im nordrhein-westfälischen Halle festgenommen wurden.

In der Nacht zum 22. November 2022 wurde in das Manchinger Kelten-Römer-Museum in Oberbayern eingebrochen und ein Schatz mit 483 keltischen Goldmünzen aus der Zeit um 100 vor Christus sowie drei weitere Münzen gestohlen. Der reine Materialwert des 3,7 Kilogramm schweren Schatzes wurde auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen. Auf Letzteren hatten die mutmaßlichen Diebe wohl nicht gehofft: Ein Polizeibeamter sagte, dass 18 Goldklumpen gefunden worden seien. Es sei davon auszugehen, dass möglicherweise jeweils vier Goldmünzen aus dem Schatz zusammengeschmolzen worden seien. Jedenfalls ein Teil des Schatzes sei offenbar von den Tatverdächtigen "mit brachialer Gewalt zerstört" worden - womöglich um ihn besser verkaufen zu können.

Quelle: ntv.de